Kakerlaken weisen Roboter den Weg

08.06.05 - 07:21 von lord.daywalker

Küchenschaben haben einen guten Orientierungssinn und können Hindernissen ausweichen. Da liegt es nahe, ihnen die Steuerung einer Maschine anzuvertrauen.

Ein Navigationssystem für Roboter auf der Basis von Kakerlaken hat ein Student der Universität von Kalifornien entwickelt. Wie die “New York Times” berichtet, erinnerte sich Garnet Hertz an die Thesen von Roboter-Pionieren, nach denen die Intelligenz ihrer Wesen der von Kakerlaken ähneln sollte: Die Insekten reagieren schnell auf ihre Umwelt und suchen sich instinktiv ihren Weg, ohne an Hindernissen anzuecken.

Gedacht, getan: Hertz baute eine kniehohe Aluminiumbox mit drei Rädern. Oben auf der Kiste montierte er einen eine umgedrehte Computermaus, bei dem die Kugel durch einen Ping-Pong-Ball ersetzt wurde. Darüber wurde an einer Befestigung eine Kakerlake montiert – der Student wählte die Unterart Gromphadorhina portentosa, die in der Natur auf Madagaskar vorkommt und im ausgewachsenen Zustand etwa die Größe einer Maus besitzt.

Das Kalkül: Die Küchenschaben laufen auf der Oberfläche des Ping-Pong-Balls. Die Bewegungsdaten werden von den Sensoren der Maus gelesen und der Roboter via Motorantrieb in die entsprechende Richtung gesteuert. Um das System noch weiter zu verfeinern, machte sich Hertz die Tatsache zunutze, dass Kakerlaken vom Licht abgeschreckt werden: Er umgab Insekten und Kugel mit einem Halbkreis aus Leuchten, zusätzliche Lichter werden via Sensor ausgelöst, wenn sich die Konstruktion einem Hindernis nähert.

In der Theorie müsste der Roboter damit über ein leistungsfähiges Navigationssystem verfügen. Laut «Times“» geschah allerdings immer wieder Ungeplantes: Einige Kakerlaken mochten es, Minuten lang regungslos auf der Spitze der Kugel zu verharren, andere ließen sich gegen ihre Natur von den Lichtern nicht im geringsten beeindrucken. Eine dritte Kategorie schien laut Hertz sogar Gefallen daran zu finden, den Roboter immer wieder gegen die Wände knallen zu lassen.

«Es ist ein kleiner Scherz», erklärte der Erfinder der Zeitung, «das Experiment soll aussagen: ,Wenn dieser ganze von der Biologie inspirierte Kram so toll ist, warum machen wir dann nicht Nägel mit Köpfen und nutzen sie für unsere Zwecke?’» Quelle

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zuletzt: 23.11.2008 - 01:55

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