Liebes- oder Fascho-Lied?!
03.09.05 - 11:23 von lord.daywalker
Ein Schlager aus Kolumbien heizt diesen Sommer die politischen Gemüter in Italien an. Das Lied «La camisa negra» ( «Das schwarze Hemd «) gilt rechtsgerichteten Italienern als eine Art Hymne, während linke Gruppen zum Boykott aufrufen. Der Pop-Song hat ausser in Italien auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz während des Sommers die Hitparaden erklommen. In Italien aber ist es offenbar mehr als nur ein Lied: Das schwarze Hemd - auf italienisch «La camicia nera» - war zu Zeiten Benito Mussolinis Teil der Uniformen der Faschisten. Auch heute noch gilt es auf der Halbinsel als das Symbol von Rechtsextremisten. Die linksgerichtete Internetseite Indymedia forderte ihre Leser auf, «das faschistische Lied Camisa Negra zu boykottieren». Daraufhin ging eine Reihe von Reaktionen bei der Seite ein, die von amüsiert bis wutentbrannt reichte. Auch das Blatt «Secolo d’Italia» - Parteizeitung der rechtsgerichteten Nationalen Allianz, die ihre Wurzeln im Faschismus hat - griff den Titel des Liedes auf. In einer Kolumne auf der ersten Seite wurde von Strandgängern gesprochen, die «La Camisa Negra» sangen und dabei das «g» ausliessen, damit es italienischer klingt. Medien haben berichtet, wie Anhänger rechtsextremer Parteien einen Arm zum faschistischen Gruss heben, wenn das Lied in Diskotheken ertönt.
Der kolumbianische Interpret Juanes beteuert unterdessen in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehen RAI sein Lied sei keine Hymne für die Nationale Allianz. Es sei schlicht ein Liebeslied, zitierte ihn der «Corriere della Sera».


























