Wortkosmetik beim Wetterbericht

06.10.05 - 06:00 von lord.daywalker

Zunehmend heiter: Wetterfrösche sollen positiv reden
Das Wetter lässt sich nicht verbessern, der Wetterbericht dagegen schon - das fand das britische Meteorologische Institut und erließ neue, positivere Richtlinien.

Danach sollen die Wetterfrösche der TV-Stationen künftig statt «örtlich bewölkt» lieber «vielfach sonnig» sagen. «Einzelne Schauer» soll auf der Insel, die für graue Tage und Nieselregen bekannt ist, durch «größtenteils trocken» ersetzt werden. «Bisher beginnen viele Wettervorhersagen im Fernsehen in Großbritannien mit dem Blick auf kleine Regionen, wo das Wetter düster und schlecht ist. Das wollen wir ändern», sagte ein Sprecher des staatlichen Met Office in London.

«Vereinzelt Gewitterstürme» sei nach den neuen Direktiven «out», «überwiegend trocken» dagegen «in», zitierte die «Times» die Richtlinien und meinte ironisch: «Die Aussichten sind plötzlich schöner».

Die staatlichen Wetterforscher betonten dagegen, dass das Wetter nicht geschönt dargestellt werden solle. Es gehe vielmehr um eine verständliche Sprache. An den Anfang der Prognose solle das gesagt werden, was die meisten Briten und den Großteil des Tages betreffe, statt die düsteren Wetterextreme in Schottland oder Irland zu beleuchten. Die Richtlinien seien für die Sender zwar nicht verbindlich, sagte der Sprecher. Aber die Behörde habe die Handreichung zusammen mit der BBC und anderen Medien erarbeitet. Im Mai hatte eine neue Wetterkarte bei der BBC zu Zuschauer-Protesten geführt. Daraufhin wurde die als zu klein bemängelte Darstellung Schottlands wieder geändert.

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zuletzt: 02.12.2008 - 02:01