herr.d besucht herrn.k

31.10.05 - 08:00 von herr d.

08:37 Uhr - herr.d machte sich auf den Weg um herrn.k zu besuchen. An der Verkehrsampel vor der Autobahnauffahrt wartend, klingelt das Handy und herr.k macht herrn.d fernmündlich darauf aufmerksam, dass das telefonieren während der Fahrt in diesem unserem Lande unter Strafe stehen würde - ein guter Motivationseinstieg für herrn.d, der nun endlich den längst überfälligen Besuch bei herrn.k in Angriff genommen hatte.

Sich immer wieder hektisch umsehend, schlich herr.d, am Zielort angekommen, durch die Häuserschluchten,

um herrn.k’s Domizil hoch über den Wolken zu erreichen. Manchmal glaubte er, dass es Absicht von herrn.k war, so hoch droben zu wohnen und während herr.d die 271 Treppen in Angriff nahm hoffte er, dass herr.k nicht ernst machen und zu Mittag sein neues Rezept ausprobieren würde.

Einige Zeit später, vorbei an Marylin, die wie immer freundlich lächelte, erklomm herr.d unter heftigstem Husten die letzten Stufen und er konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass herr.k, der die 271 Stufen täglich bewältigte, hintersinnig lächelte, als er ihm spontan ein Glas frisches Leitungswasser

anbot, um die Qual zu lindern. herr.d nahm Platz, nickte erfreut, als herr.k ihm einen Café anbot und so nahmen sinnvolle Unterhaltungen um ausschliesslich existenzielle Fragen ihren Lauf. Eine kaum zu beschreibende Atmosphäre nahm die Beiden gefangen - geschwängert von Rauchschwaden, die der tiefgefrorene Tabak erzeugte, den herr.k für herrn.d aufbewahrt hatte, nachdem herr.d ihn vor vielen Monden nach seinem Besuch einfach so vergessen hatte. Und während die herren sich schlussendlich mit Ferngläsern bewaffneten, um in kindlicher Leichtigkeit Alfred Hitchcocks Fenster zum Hof nachzuspielen, erregte sich der beobachtete Mieter

aus Block 27, 8 Stock, linke Wohnung, klingeln bei Szephilinc, gerade und zückte unumwunden seine Digital-Kamera, um das Tun der herren für später folgende Zivilklagen festzuhalten. Solche und ähnliche Umtriebe machen hungrig und herr.k. bot an, das Mittagsmahl zu kredenzen und herr.d war hocherfreut als er hörte, dass herr.k. beabsichtige einige frische Schnitzel in bewährtem Butterschmalz zu braten. Nachdem herr.k. tatsächlich 13 Schnitzel gebraten und mit den Beilagen mehrfach den Messertest gemacht hatte, verdrückten die herren sage und schreibe 8 Schnitzel, während die eilig herbeigeeilte Könixtochter

nur müde abwinken konnte. So gesättigt fielen die ersten Schritte aus dem Haus an diesem Tag schwer und die gleissende Sonne tat ihr übriges dazu, dass das lichtscheue Gesindel sich in den Schatten der Häuserschluchten flüchtete, während die herren d. & k. den überfälligen Nachmittagsspaziergang absolvierten.

Nach einen durchaus anstrengenden Fussmarsch nahmen sie im Schatten der Schirme platz, um sich das bunte Treiben

auf den Strassen der Stadt anzusehen. Wohlgelaunt und ohne grosse Worte genossen herr.k & herr.d den Nachmittag und obwohl herr.d Rosenrot in seinen Händen hielt, entschied der sich auf der Heimfahrt den vertrauten Klängen des Tangos hinzugeben …

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zuletzt: 05.12.2008 - 09:55