Nicht dass Monstropolis ab sofort in ‘Renter Blog’ umbenannt werden müsste – auch wenn hier mehrere alte.säcke ihr Unwesen treiben – aber – citizen.x hatte einen heissen Tipp bekommen, um einen investigativen Artikel darüber zu schreiben, was die ständig grösser werdende Gesellschaftsschicht in Germoney, die gemäss unserer vielgeliebten Statistiken, an Schlaflosigkeit leidet, denn am frühen Samstag Morgen so macht.
Kurz nach 08:00 Uhr traf citizen.x also an dem Ort des Geschehens ein – und wirklich – sein Informant hatte nicht untertrieben – geschäftige Rentner wohin das Auge reicht. Wie gut, dass er sich den weissen Bart hatte wachsen lassen, so fiel er spontan unter den mopsfidelen braungebrannten Menschen offenbar nicht sonderlich auf. Er stellte sich mit ihnen in die Schlange vor dem Einlass zum Frühstücks-Buffet des grossen Discounter-Markts und liess sich einfach treiben. Ältere Menschen haben ja durchaus die Eigenschaft lauter zu sprechen, da ihr Gehör ja nicht mehr das Beste ist – er mochte sich ja gar nicht vorstellen wie das einmal sein wird, wenn die heutige schwerhörige Jugend sich in 40 Jahren anschreien oder sich per plugin unterhalten wird, so sie nicht mit Alkohol für 0,99 Cent auf Flatrateparties, die geht es nach den Landesinnenministern von CDU/CSU verboten werden sollten, die dazu wichtigen Teile des menschlichen Gehirns längst konserviert haben. Auf jeden Fall hörte citizen.x einmal hinein in das was die, aus Marketinggesichtspunkten heraus kaufkräftigste Zielgruppe in Germoney so beschäftigt. Und er war überrrascht … da ging es um die Roaming Gebühren im Urlaubsland, die einfach nicht fallen wollten, verbunden mit der Frage, ob eine Senkung dieser Gebühren nicht dazu führen würde, dass man seine Enkel zuhause öfter live über den traumhaften Urlaub informieren würde. Die drei rüstigen Mädels an der Käsetheke wussten, dass es richtig sei, wenn gegen Richard Gere in Indien Haftbefehl erlassen wurde, weil er entgegen der landläufigen Sitten dort in der Öffentlichkeit unbedingt die indische Schauspielerin Shilpa Shetty küssen muss. Schliesslich hätte mensch sich den Landesgepflogenheiten anzupassen. Während sie auf das 4Minuten-Ei warteten, unterhielten sich die drei Herren intensiv darüber, dass und wieviel Geld für unnötige Statistiken ausgegeben würde – als Beispiel wurde die Langzeitstudie genannt, die nun offenbar völlig überraschend und publikumswirksam festgestellt hat, dass Alkohol- und Drogenkonsum (Hm … ist Alkohol denn nun keine Droge mehr?) wirklich schädlich sind.
Nicht überrachend war hingegen, dass es bei Deutschlands Rentnern kein Thema war, wenn sich 19jährige Timo aus Aalen von einem Schönheitschirurgen solange operieren lassen will, bis er seinem Idol Bill Kaulitz, Sänger der Teenieband Tokio Hotel, gleicht, wie ein eineiiger Zwilling. Angeregt hingegen die Diskussion darüber, dass der Deutsche Arbeitnehmer fast 2 Tage im Jahr blau macht mit dem Tenor: “Das hätte es bei uns früher nichtgegeben!”
An der Kasse zahlte citizen.x dann für zwei frische Brötchen, vier Scheiben Wurst und Käse, einen Würfel Butter und eine Kaffeetasse (trinken sie soviel sie wollen) ganze 2,75 € und es dämmerte ihm, warum eine weitere Studie titelte: “Deutschland steigert sich in Koffeinrausch”. Ausserdem gratulierte citizen,x in Gedanken dem Marketing-Chef des Discounters, der wusste, wie man diese kaufkraftstarke Gesellschaftsgruppe der Renter anlockte und ihnen trotz einer minimalen Rentenerhöhung das Gefühl gibt, mehr für ihr Geld zu bekommen …
Jeder 4. Jugendliche hört schlecht. Nein, ich meine jetzt nicht, dass er sich seinen Eltern widersetzt, indem er auf das dünnflüssige Geschwafel seiner Erziehungsberechtigten mit einem soliden Felsbrocken aus beständigem Ignorieren reagiert. Ich meine die Leute, die in der Straßenbahn direkt hinter einem Sitzen und eine Hardrock-Hymne nach der anderen aus dem mp3-Player quetschen. Und das auch noch möglichst laut, damit man mitbekommt, wie Hardcore sie doch sind. Diese Menschen haben nur eine positive Eigenschaft: Sie kurbeln hardcoremäßig den Hörgerätemarkt an!
Keiner hatte wohl am Anfang damit gerechnet, dass Monstropolis so alt und schlussendlich auch so erfolgreich sein würde
Monstropolis das sind viele hundert Stunden harter technischer Arbeit von unserem Maschinisten bellthrop, und mindestens nochmal soviele Stunden zwecks Recherche, Postings, Sitzungen, Aktionen und vieles mehr … nicht zu vergessen – ein phettes Webpaket-Update um trotz hoher Frequentierung performant zu bleiben.
In den vergangenen zwei Jahren haben wir rund 3.250 Postings gemacht, was im Schnitt etwa 4,5 Beiträgen je Tag entspricht, haben darauf rund 2.450 Kommentare von insgesamt 230 Usern erhalten und wurden von 150.000 Usern (diese Besucherzahl haben wir fast zeitgleich mit diesem Jubilaeum erreicht) – davon innerhalb des letzten Jahres rund 140.000 – weltweit besucht. Technorati listet Monstropolis auf Platz 98.965 – auf den deutschen Top-Blog-Listen sind wir ebenfalls gut platziert. Wir haben in Kooperation mit den Monster.Studios zwei geniale Video-Clips gedreht, einige viel beachtete Serien in Szene gesetzt, jede Menge Aktionen gefahren und trotzdem – wir sind weder satt noch müde
Monstropolis ist aber auch eine Institution, ein cooles Team abgefahrener Leute, viele kleine Helferlein, die uns immer wieder mit krudem.material versorgen und natürlich Ihr – unsere Besucher ohne die wir unseren Erfolg heute nicht ausgiebig feiern könnten
Und wie das nunmal zu Jubiläen üblich ist, haben wir heute für Euch etwas ganz Besonders zu bieten, den 90teiligen
den pixel.piet für unsere Fans entworfen hat und der zum Download bereit steht
Und für den ersten Fan, der das ganze Bild (ca. 2.30 Gesamthöhe) ausgedruckt an seiner Wand hängen hat, und uns ein Beweisphoto zuschickt, loben wir hiermit den Monstropolis-Special-Preis aus!
Darüber hinaus kündigen wir an, dass wir gemäss unserer Umfrage in Sachen Praktikant, demnäxt auch eine Praktikantin einstellen werden
So Leutz … die Monstropolis-Redaktion lässt es sich heute so richtig gut gehen (ref. Wein, Weiber, Spiele) und gibt Euch die Möglichkeit, uns mit Euren Kommentaren hier für den ‘Tag nach dem Exzess’ neu zu motivieren
Es war uns, wie immer, ein Vergnügen!
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