Voice of the Night
4 monster.senf 26.06.07 - 22:56 von yana
Es ist viel zu kalt für Sommer(okay, hier in Deutschland, in Griechenland wären sie für eine Scheibe von unserem Wetter froh), es ist dunkel, stürmisch. Genau das richtige Wetter, um nachdenklich zu werden.
Vor einigen Tagen lief im Fernsehen eine Dokumentation über die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. Okay, eine Dokumentation unter vielen, die mittlerweile keiner mehr sehen kann, weil sie einen langsam aber sicher erschlagen. Diesmal ging es jedenfalls um Berlin kur vor dem Einmarsch der Russen. Was mich daran am meisten beeindruckt hat, war ein Satz, fast achtlos vom Kommentator eingeworfen, ein unscharfes Bild dazu. Dieser Satz besagte, daß es dort Familienväter gab, die erst ihre Familien, dann sich selbst umgebracht haben.
Dieser Satz löste bei meinem Schatz und mir einen Austausch von Unverständnis aus. Er verstand nicht, wie ein Mann so etwas tun kann, ich verstand nicht, daß er es nicht verstehen konnte. Daß es vorstellbar ist, daß es Angst geben kann vor einem Schicksal, schlimmer als der Tod.
Ob diese Einstellung nun begründet war oder nicht, vielleicht kann man darüber streiten. Wozu also sind Menschen fähig, die keinen Ausweg mehr sehen? Offensichtlich zu einer ganzen Menge. Mord aus Liebe…?
Daß die Familie Göbbels damals erst ihre Kinder vergiftete, dann sich selbst, ist auch bekannt.
Mord aus Trotz?
Einzelschicksale, so viele. Ich kenne einen Mann, in meiner Kirchengemeinde, der seine Frau seit Monaten gepflegt hat, sich aufgeopfert hat. Jetzt ist diese Frau im Krankenhaus und keiner weiß, ob sie jemals wieder nach Hause zurückkehren wird. Sie hat keine Angst vor dem Tod. Und auch für ihn wäre es eine Erleichterung. Versteht mich nicht falsch: wenn man dieses Ehepaar zusammen sieht, fällt sofort auf, wie sehr sie sich lieben. Seit über fünfzig Jahren schon. Aber sie glauben daran, daß nach diesem Leben ein besseres auf sie wartet und das gibt ihnen Kraft.
Heute nun habe ich erfahren, daß ein Wrestler der WWE allem Anschein nach am letzten Wochenende seine zweite Ehefrau und ihr gemeinsames Kind und danach sich selbst ermordet haben soll. Anscheinend hatte dieser Mann doch alles: Ruhm, Reichtum, eine Familie…aber anscheinend war das nicht genug.
Was kommt nach dem Tod? Das ist nach wie vor das große Rätsel. Würden wir mit dem Leben achtsamer umgehen, wüßten wir, was dann kommt? Würden wir es (noch) leichtfertiger aufs Spiel setzen oder es gar früher wegwerfen?
Vielleicht ist es gut, daß manche Geheimnisse nicht gelüftet werden können…so muß jeder für sich selbst eine Lösung finden. Und vielleicht, nur vielleicht, wenn wir uns wirklich bemühen, verstehen wir auf dese Art, auf dieser Suche, unsere Mitmenschen ein wenig besser, können ein wenig mehr für sie da sein. Damit weniger Angst uns beherrscht…
Gute Nacht…
Beitrag einsortiert unter: mMix






























