Haben oder nicht haben?
20.07.07 - 11:00 von praktikantin

Heute zum Thema:
Haben oder nicht haben?
Moin, moin *g,
Ihr kennt sicher die folgende Situation: Da gibt es etwas, das Ihr unbedingt haben wollt. Mal ganz davon abgesehen, was es ist, ausgenommen Dinge, die zum Grundbedürfnis des Menschen rechnen. Und nun stellt Euch vor, dass es kein Problem wäre, es auch zu bekommen.
Hier weiter zum Rest des Artikels …
Gestern Abend habe ich unter uns Mädelz dann mal die Frage aufgeworfen, was wohl glücklicher oder auch zufriedener macht: Es tatsächlich zu haben, oder der Gedanken zu wissen, dass Ihr es haben könntet?
Zuerst ist klar, dass jeder so seine Standpunkte ins Feld führt und die an einem bestimmten Beispiel fest macht. Mit der Zeit kamen wir dann aber auf den Trichter, dass es sich sehr wohl um eine grundsätzliche Frage handelt, der man sich so gar nicht wirklich bewusst ist. Ausserdem ist es wohl auch davon anhängig, ob das Leben subjektiv eher philosophisch oder realitätsbezogen gesehen wird. Dem kann ich aber nicht zustimmen, da ich mich selbst für durchaus realistisch halte, obwohl ich in vielen Fällen zufriedener mit dem Wissen bin, etwas haben zu können, wenn ich es denn wollte, anstatt es mir zu nehmen. Für mich ist das Wissen darum und die Phantasie, die ich damit haben kann einfach mehr wert, das der eigentliche Besitz. Nicht dass wir uns falsch verstehen: Wenn Eminem eine neue Scheibe herausbringt, dann muss ich die unbedingt haben *bg Aber ich denke, ihr wisst schon, wie ich das mit meinen umständlichen Worten *g eigentlich meine.
Und weil es mir einfach keine Ruhe lässt, dass keines “meiner” Mädelz meiner Meinung ist, dachte ich: “Frag doch mal die Leser hier danach” Schließlich seid ihr doch ein repräsentatives Publikum und beteiligt Euch sicher gerne an meiner Umfrage *bg
Es wäre echt toll, wenn Ihr nicht nur Euren Haken macht, sondern im Kommentar auch kurz erklärt, warum Ihr dieser Meinung seid. Vielleicht erweitert das nicht nur meinen Blick auf die Frage, sondern auch Euren, wenn Ihr Euch das mal bewusst macht.
Lieben Dank *g
Julia
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zuletzt: 20.11.2008 - 22:55







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1. yana | 20.07.2007 um 14.29
Es reicht doch völlig, etwas besitzen zu KÖNNEN. HAT man es erst mal, ist es längst nicht mehr so spannend und nimmt außerdem nur Platz weg…
2. Der Drakonische Fritz | 20.07.2007 um 14.38
Also,da steckt ne Menge drin und ich machs einfach.

Wenn ich was unbedingt haben will,heißt das ,es gehört zu meinem Grundbedürfnis,der Rest ist Luxus.
Und inwieweit ich mir Luxus leiste,ist abhängig vom Portemonnaie.
Ich komme da selten in Gefahr,über meine Möglichkeiten hinaus zu investieren,da meine materiellen Bedürfnisse eher marginal sind.
Allerdings gibts Ausnahmen (wie den Kauf der letzten TOM-WAITS-RELEASE),die ich aus Gründen der Sammler-Leidenschaft (bedeutet Komplettierung der eigenen Persönlichkeit über das Medium Waits) unbedingt haben musste und eigentlich nicht leisten konnte.
Das geht dann situativ auf Kosten anderer wichtiger Dinge.
Da sich deine Frage ja auf materielle Dinge bezieht,sage ich:
Die Verführungs-Versuche des Wirtschafts-und Dienstleistungs
-Systems laufen bei mir ins Leere,sind sie doch nur Angebot einer Ersatzbefriedigung für fehlende oder gestörte Beziehungs-Fähigkeit.
Deswegen ist dieser Weg der Kommunikation auch gut,um sich nicht aus Einsamkeit oder “gefühlter” Langeweile ein neues Spielzeug,Status-Symbol oder gar Partnerchen zu erkaufen.
Thanx for int`resting minds
3. daywalker | 20.07.2007 um 15.54
Ich habe mit ‘Mir reicht die Möglichkeit” gestimmt, obwohl ich in der Sache zwiespältig bin. Es gibt in der Tat Dinge, und die gab es immer, die ich sofort haben muss. Ob das nun eine besondere DVD ist, oder das Wurstbrötchen das mich gerade anlacht
Bei anderen Dingen habe ich dazu gelernt und es macht mir ab und an schon Freude, daran zu denken oder mir in meiner Phantasie auszumalen, wie es wäre, wenn ich es hätte. Beliebt auch im Unterhaltungselektronic-Grossmarkt zu stehen und sich anzusehen, was man kaufen könnte - das kann ich mittlerweile stundenlang
Wobei ich einfach mal zu bedenken gebe, dass die Betrachtung hier nicht unbedingt auf materialistische Dinge beschränkt bleiben muss oder soll …
4. Drakonischer | 20.07.2007 um 16.30
@day

Gut,wenns denn nicht nur um Materielles geht,dann streck ich mich mal ins Psychologische.
Was Mensch (ergo-ich)braucht,ist wohl abhängig von Erkenntnis-Fähigkeit,heißt Sensibilität für eigene Bedürftigkeit.
Ich bin gesegnet damit,diese wieder neu ent-deckt zu haben.(War`n echtes Stück harte Arbeit,weil so nen emotional harten Knochen aufzuweichen kostete einige Energie…)
10 Minuten pro Tag reichen mir,um generell zu prüfen,was fehlt und dann wird entschieden: Hol ichs mir oder lass ichs sein.
Ichs ziehs vor in Kneipen anstelle Großmarkt zu gehen,denn mein Manko liegt vor allem im Zwischenmenschlichen.
Und da komm ich nicht mehr in die Bredouille,wen besitzen zu müssen…
5. Laja | 20.07.2007 um 18.06
Ich hab auch für die Möglichkeitsvariante abgestimmt, obwohl das nicht generell bei mir für alles gilt. Manche Dinge (materiell gesehen) muss ich einfach haben, aber bei der Mehrheit reicht es mir zu wissen, dass ich es haben könnte.
Psychologisch gesehen ist das anders gelagert, bzw. genau anders herum, da will ich die meistens alles das, was ich auch haben könnte (z. B. Anerkennung, Lob, Selbstbestätigung, Erfolg, Selbstzufriedenheit) da kann ich nur schwer auf was verzichten. *gierigguck*
LG Laja
6. bored | 20.07.2007 um 18.43
ich hab auch mir reicht die möglichkeit angeklickt.
bin aber differenziert .
es kommt drauf an um was es sich handelt.
bei materiellen dingen sag ich eher :
will ich haben und hol es mir .
auch schon mal wenn ich eigendlich das geld dazu nicht hab.
und ist auch wiederum die frage um was es jeweils grade geht.
man kann auch freude daran haben
es zu besitzen obwohl es finanzielle krisen oder engpässe mit
sich bringt , wenn es etwas besonderes ist für einen
weiss man es dann auch um so mehr zu schätzen
und der erlebniswert verfällt nicht oder nutzt sich weniger schnell ab . bei mir ist es die wohnung und die damit verbundenen
monatlichen hohen kredit und gesamtsummenraten
aber ich erfreue mich jeden tag an der tatsache
das sie mir gehört. das es MEINS ist. mein baby quasi.
für andere mag das ein auto sein
oder ein kostspieliges hobby
techinische geräte etc
oder vielleicht ein ganz besonderer urlaub.
eine kleinere dimension dessen
wären bei mir die pflanzen
für die ich grad auch schon wieder zu viel geld ausgebe
aber ich geniesse ihren anblick jeden tag aufs neue
und das ist wunderschön und tut mir gut
oder die anschaffung von einzeltextilstücken
noch dazu wenn ich sie besonders günstig bekommen hab.
auf letzteres könnte ich aber am ehersten noch verzichten.
wenn es sich allerdings um sagen wir mal
zwischenmenschliche belange dreht
insbesondere mann/frau –frau/mann - frau/frau-oder mann/mann
egal
muss ich sagen macht es oft gerade den besonderen reitz aus
etwas nicht zu tun oder einen “besitz” nícht anzustreben
weil das unverfängliche grau dazwischen der reitz an sich ist
und es wäre mit einem knall verpufft
würde man da irgendwas fix machen
oder zum ende bringen
oder wie auch immer
(ich rede nicht von der grossen liebe oder sowas
das ist ein extra punkt den ich hier völlig aussen vor lasse
weil es absolut nicht themenrelevant ist )
in manchen dingen
auch in andern
gilt :
die phantasie allein birgt die würze
und eventuelle möglichkeiten beflügeln sie
- aber würde man sie zur realität werden lassen
würde es seine “magie” verlieren
und damit völlig an wert
finde ich.
7. bored | 20.07.2007 um 18.53
einen ganz besonderen wert haben dinge
die man wahnsinnig gern haben möchte
auch wenn es kleinigkeiten sind
sie nicht haben kann
weils es auch irgendwelche finanziellen oder anderen gründen
nicht geht
und plötzlich bekommt man sie aber.
ich hab von meinem freund letztens einen steinaschenbecher
geschenkt bekommen
den hatte ich in seiner letzten wohnung gesehn und nur einmal
gesagt wie wunderschön der wäre
der gehörte aber dem vermieter
als mein freund dort raus is hat der vermieter gesagt
er löst die wohung auf
und alles was der andre an kleingegenständen brauchen könne
solle er mitnehmen
er hat für mich den aschenbecher mitgenommen
und steht er sehr dekorativ auf meinem glastisch
und ich freu mich mehrfach dran ihn zu besitzen
einmal über das teil an sich
und dann darüber dass ich ihn deshalb besitze
weil dies das resultat daraus ist
dass jemand
und noch dazu wo ich das nicht erwartet hätte von dieser person
an mich gedacht hat.
dererlei beispiele gibt es sicher viele
mit einem persönlichkeitswert quasi
würd mich mal intressieren
welche beispiele dieser oder änlicher art
es bei euch gibt !
gruss @ all
8. Drakonischer | 20.07.2007 um 20.49
Ich lebe immer in Bezug,

zu Dingen und Menschen,
das einzige ,was ich grundsätzlich nicht verlieren möchte,
bin ich selbst.
Was braucht der Mensch?
bored spricht nicht umsonst von “wahnsinnig…”
Hier das Beispiel:
Ich nahm neulich beim Aufräumen in der Küche eine bisher missachtete Dose für wahr,die sich als Tabaks-Dose meiner Ex entpuppt hat.
Nach dem Umzug Beider in Ver-Gessenheit geriet.
Und Erinnerungen an nicht nur gemeinsame Zigaretten wachrief…
Ich krabbel dem nicht mehr hinterher und es ist gut,das erlebt zu haben.Ihr gehts genauso.Besser gehts nicht,Oder?
Es ist schön,wenn jemand an DICH denkt.
Und es ist für mich nicht ausreichend,wenns beim Denken bleibt.
und ich hab auch n Aschenbecher ,den ich bei jeder Orts-Änderung mitnehmen werde.
Den ,allerdings hab ich selber erworben,
Schöner noch,als Dinge die mich an Menschen erinnern,sind Menschen,mit denen ich mich alt und neu erlebe.
Wirklich
9. sv | 20.07.2007 um 21.32
Klare Sache, ich wertschätze die Möglichkeit zu haben höher, als den tatsächlichen Besitz von etwas. Ich weiss aber auch zu genau, wie es sich lebt, ohne Möglichkeiten über das rein existentielle hinaus. Das prägt sich ganz tief ein.
10. bored | 20.07.2007 um 22.38
@ sv : die situatio kenn ich auch sehr gut.
der lerneffekt daraus ist allerdings begrenzt.
wenn man als kind oder jugendlicher extrem kurzgehalten wurde
und auch in der eigenverantwortlichkeit später irgendwann mal um seine exsitenz bangen musste
dann weiss ich zwar heute eineseits mehr aufgeld zu achten
einerseits
andrerseits hab ich auf soviel sooft verzichten müssen
dass ich mir sage
wenn ich es mir- und sei es dann auch mal wieder zwischendrin -nicht wirklich leisten kann
aber will es wirklich unbedingt
hole ich es mir trotzdem
weil ich erstens denke man lebt nur einmal
und zweitens weiss dass ich im stande bin
bei entstehenden engpässen mich auch wieder entsprechend
umstellen zu können und damit zurechtkomme.
nicht wirklich klug
aber ich sehe es auch nicht ein dass mein leben nur darin bestehen soll
immer klug und vernünftig zu sein
eine mischung aus bewusster einstellung und vielleicht
auch einem teil von unvermögen.
aber so ist das nunmal
11. Drakonischer | 21.07.2007 um 16.41
Ne zeitlang hab ich versucht,mich auf die Notlage einzuschießen,-mir zu sagen: Luxus brauchste nich.

Hat nich funktioniert,denn auch Luxus hab ich verdient.
Und wurde mir meiner Blödheit und “Kunst” ,mich selber zu erniedrigen ,sebst bewusst.
Sich selbst was gönnen,hält falsche Gönner ab.
@bored 2 “nicht wirklich klug…”
- und weitaus lebendiger…
in diesem Sinne
12. praktikantin | 27.07.2007 um 10.18
Ganz toll! Jetzt ist mein Weltbild wieder hergestellt. Ich dachte schon, ich allein würde so denken *g
Habt lieben Dank!
Julia
hinterlasse der Nachwelt deinen monster.senf
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