citizen.x ~ Die ungeschminkte Wahrheit
28.12.07 - 11:11 von citizen.x
Es begab sich zu der Zeit, dass sich die monster immer wieder damit beschäftigen mussten, schnautzige Halbsatzmitteilungen garniert mit der Androhung harschen Konsequenzen vom Herrschaftshaus zu erhalten. Auch erpresste umfangreiche Geldgeschenke konnten die Mitglieder des Herrschaftshauses nicht besänftigen. Kurz vor dem Fest, ein Eilbote hatte erneut eine der vorgenannten Schriftrollen zugestellt, entschlossen sich die monster dann kurzerhand zur Revolution. Ein Vertrauter des Herrschaftshauses verriet den monstern hinter vorgehaltender Hand, wie man sich am Besten aus dem Bann des allgegenwärtigen Herrschaftshauses lösen könnte. Die monster fassten sich ein Herz und kontaktierten ihre Vertrauten im ganzen Land. Aus einer wahren Flut von offiziellen und inoffiziellen Empfehlungen, trafen sie dann ihre Wahl und sandten den Kern ihres Daseins, den Heiligen Gral, auf die Reise, um bei einem neuen Herrn ihre Aufwartung zu machen.
Es dauerte nicht lange und der neue Herr teile den monstern mit, dass die Abgaben deutlich niedriger sein würden. Darüber hinaus wurde dem Heiligen Gral vorläufiges Asyl gewährt mit der Massgabe, dass sich beide Seiten in dieser Zeit ausführlich ansehen könnten, ob sie künftig gemeinsam ein Stück des Weges beschreiten werden.
Gesagt getan! Und schnell stellen alle Parteien fest, dass diese neue Allianz erfolgversprechend ein würde. Ein funkelnagelneues Heim bei etwa 20 Prozent der Abgaben - wer würde das nicht wollen. Kurz vor dem Fest, das Erdenbürger gemeinhin als Weihnachten bezeichnen, schickten die monster ihre reitenden Boten in alle Himmelsrichtungen aus, um die Kunde zu verbreiten und auch um das Herrschaftshaus zu unterrichten. Die erforderlichen Schriftrollen waren von Stadtschreiber urkundlich gefertigt und aus zuzugebender Bequemlichkeit hatten die monster das zweite Kernstück, nämlich die Kommunikationszentrale, in den Händen des Herrschaftshauses belassen. Dies sollte sich später als vorausschauende Entschliessung herausstellen. So hatten die monster ihre Entschlüsse gefasst und entsprechend kommuniziert und lehnten sich nun zurück und warteten ungeduldig darauf, dass die Beteiligten ihren Teil dazu beitragen würden. Da sich auf der Seite des Herrschaftshauses so gar nichts tat, schickten die monster ihren Boten in der Platinrüstung aus, um sich kundig zu machen. es stellte sich dann schnell heraus, dass im Herrschaftshaus alles seinen vollautomatisierten Gang zu gehen hatte und dass die monster darauf keinerlei Einfluss nehmen konnten.
Wie nicht anders zu erwarten, kam es während dieses vollautomatischen Prozesses zur Katastrophe. So wurde vom Herrschaftshaus mitgeteilt, dass der Teil, der den Auszug der zum Heilgen Gral gehörenden Population sofort zu erfolgen habe, oder man würde die Grenzen sofort schliessen. Den Umzug des heiligen Grals aber selbst, wollte man dort nicht bestätigen. In einer Notaktion fanden grosse Teile der monster.population Asyl bei friedlichen terroristen. Selbstredend liess man fortan den Boten mit der Platinrüstung niocht mehr durch das Haupttor des Herrschaftshauses und verwies darauf, dass den monstern dieses Recht nicht länger gewährt werde.
Die zweite, viel grössere Katastrophe aber trug sich am Morgen des ersten Erdenbürgerfeiertags zu, als die Automation den Heiligen Gral gegen 03:31 Uhr Ortzeit freigab. Der Geschichtsschreiber ist sich an dieser Stelle mit dem Orakel darüber einig, dass dies kein Zufall war, zumal das Herrschaftshaus dafür bekannt ist, seine Population gerne zu knechten um sie dann nicht ziehen zu lassen. Erst am zweiten Tag des Erdenbürgerfestes wurden die Boten der monster erhört und das neue Heim des Heiligen Grals konnte mitsamt der Population in Beschlag genommen werden.
Es stellte sich dann schnell heraus, dass die Gehilfen des Stadtschreibers sich nicht immer an die vorgegebenen Konventionen gehalten hatten und dass in einer überragenden Notaktion des monster.maschinisten diese Fehler behoben werden konnten. Die weiteren Nachbesserungen konnten zügig abgeschlossen werden. Alle monster waren glücklich und zufrieden.
Leider war die Freunde nicht von langer Dauer, den bereits am nächsten Tag wurde wiederholt der Zugang zum Heiligen Gral verwehrt oder zumindest deutlich erschwert. Weitere Boten und viele Schriftrollen waren notwendig, um den Bremsklotz zu finden, den Übeltäter wohl heimlich still und leise versteckt hatten. Am Abend des vorangegangenen Tages war auch dieses Problem gelöst. Nun kann allen, hoffentlich dauerhaft und uneingeschränkt, der Heilige Gral jedem Besucher zur Huldigung zugänglich gemacht werden.
Und wenn sie nicht gestorben sind …
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zuletzt: 23.11.2008 - 00:33







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