citizen.x - begegnung
11.11.08 - 00:27 von citizen.x

am abend auf dem weg zur gymnastik kommt er automatisch am seniorenstift vorbei - sein blick schweift hinüber zum erleuchteten fenster - die fernseher laufen - in allen stockwerken - soweit sein auge reicht - er sieht ihn an - der alte mann - sein schütteres ist ungekämmt - er sitzt im rollstuhl und schaut ihm in die augen - auf den ersten blick ausdruckslos - nein - das stimmt so nicht - er sieht mit starrem blick herüber und er kann den blick nicht von ihm lassen - ich bin du und du bist ich - würde dich das glücklicher machen - an diesem schwarzen tag - oder an einem beliebigen anderen - ich sitze hier und warte auf den tod - jeden tag - er kommt - zu anderen - nur nicht zu mir - er will antworten - aber der blick gebietet genau das nicht zu tun - dazustehen und zu wissen - ich bin du und du bist ich - du stehst da draussen und siehst herein - ist mein leid denn grösser als das deine - lässt sich das ermessen - kann mein leid deinen geist erhellen - oder siehst du durch mich nur in die zukunft - ängstigst dich und fragt nach dem warum - nimm dir ein beispiel - siehst du mich weinen - hörst du mich schreien - nein - ich bin ganz ruhig und warte jeden tag und jede nacht - und da stehst du - bist du der tod?
nun geh und nimm mit was mitzunehmen ist - wer flüstert dir ins ohr - wer schreit dich an - zu leben - zu geben - zu nehmen - dein leben - er geht - einfach so - und denkt unentwegt an ihn - fast schon freudig auf dem weg zurück - das licht ist erloschen - die vorhänge verschlossen - ganz so als gelte es das offensichtliche zu verbergen …
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Tags: Begegnung, Inhalt. Schmerz, Leben, Tod, Trauer, warten
zuletzt: 08.01.2009 - 16:41






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1. Drako | 11.11.2008 um 14.49
Macht uns die Zukunft manchmal Angst, weil wir die sein können , die dann aus dem Fenster schaun, und draußen wieder Leute sehn, die vor der Zukunft Angst haben ?

Ich glaub, der ist gut beraten, der rechtzeitig ans Altern und den Tod denkt.
Schöner Text
2. monster.mauli | 11.11.2008 um 18.42
Danke
3. bored | 12.11.2008 um 01.22
“Ich glaub, der ist gut beraten, der rechtzeitig ans Altern und den Tod denkt.”
das finde ich nicht.
wozu?
das vor augen macht alle mühe,alles durchhalten und jede hoffnung kaputt .
aus “am ende des tunnels ist licht ”
wird dann
“am ende des tunnels steht der tod ”
wer will noch lang dann durch den tunnel gehn
und käme nicht auf die idee einer abkürzung ?
nein
ich finde das wir alle mal sterben müssen
ist ein fakt den jeder kennt
wenn es so weit is
is es so
man sollte sich lieber darauf besinnen
das beste aus dem jewels aktuellen tag zu machen
nie zuweit vor
und zuweit nach hinten schaun
bringt ja alles nix am ende
4. monster.mauli | 12.11.2008 um 09.08
und worin unterscheiden sich nun drako und bored? Rein von der Sichtweise, die ist logisch und “bewußt” - die andere im “Jetzt”.
Beide verfolgen das “Ziel”, das man das Leben jetzt leben soll und das genießen, wonach es einem gelüstet.
Oder nicht?
Die Einen leben einfach - oder wie sagte ein Freund von mir mal: aus dem Bauch raus… andere leben “logisch, mathematisch, berechnend” - diese machen sich manches auf andere Art und Weise bewußt.
Weder das Eine noch das Andere ist zu verurteilen, man hat sich so entwickelt, sich aber Dinge bewußt zu machen auf die eine oder andere Art oder Weise - DAS heißt LEBEN. Mensch zu sein.
5. Drako | 12.11.2008 um 09.54
@ beide

bored scheint meine Sichtweise sehr bedrohlich, deswegen hat sie ihre
für mich beginnt der Tunnel da, wo ich mit dem Sterben konfrontiert werde, und ich möchte eigentlich dem Tod noch freundschaftlich die Hand schütteln können, wer weiß denn, ob selbst bei dem schlagartigsten Unfall nicht noch ein unvorbereitetes , grausames Moment des Erschreckens exisitiert.
( Mir wird etwas mulmig… )
Deswegen mache ich mir bewußt, das der Tod das Ende des Lebens bedeutet, und damit auch eine private Schlußrechnung ansteht.
Insofern hat bored Recht, Wenn wir das Leben so leben, daß die Rechnung schwarze Zahlen schreibt, bleibt für den Rest der Welt etwas Positives übrig, das berühmte ” Bleibende “, sei es auch nur die Erinnerung, die es wert ist, weitergetragen zu werden.
Rechtzeitig heißt für mich nicht alltäglich, wenns dran ist, ist es dran.
Für mich steht auch die Frage, ob die, die ” jeden Tag leben ” das tun, weil sie am Ende gut dastehn wollen, oder weil sie es ohne nachzudenken einfach tun können.
Ich rechne mit keinem Licht am Ende des Tunnels, niemand weiß es, deswegen will ich einfach mal an Wiedergeburt glauben.
Wäre ja mathematisch korrekt…
6. lord.daywalker | 12.11.2008 um 16.17
Ich sage mal so - man(n) kommt im Leben an einen Punkt, ob nun im fortgeschrittenen Alter oder auch nicht, an dem man(n) beim Blick nach vorne sieht, dass der Zeitraum nicht mehr so gross ist, wie er einmal war. Es mag eine Rolle spielen, ob man zu diesem Zeitpunkt ein erfülltes Leben hatte - es mag eine Rolle spielen, in welchem körperlichen und/oder gesitigen Zustand man sich befindet - es mag sein, dass man immer häufiger zu Beerdigungen gehen wird - und man wird sich fragen, was zum Schluss übrig bleibt - oder ob man einfach eines Tages weg sein wird, ohne dass es jemandem auffallen wird.
Wohl dem der eine Antwort oder auch zwei hat …
7. monster.mauli | 12.11.2008 um 16.27
Das mag subjektiv mit meinem jugendlichen Alter im Vergleich zu Deiner greisen Fortgeshrittenheit zusammenhängen - aber:
- der Zeitraum: darüber machte ich mir vor laaanger Zeit meine Gedanken, heute nicht mehr, es ist unrelevant (für mich) - nur meinen Kleinen möchte ich länger erhalten bleiben als mein Vater bei mir die Möglichkeit hatte…
- auch über letzteres habe ich mir in meiner Vergangenheit meine Gedanken gemacht und heute ist es mir “egal”.
Es gibt Dinge, welche von mir nicht beeinflussbar sind und welche ihren - schicksalshaften - Lauf nehmen und nehmen werden und es gibt Dinge, welche ich beeinflussen kann.
Ersteres kann ich nicht ändern, 2teres überlege ich mir sehr gut, wie ich mich verhalte und mehr oder beeinflusse.
8. lord.daywalker | 12.11.2008 um 17.08
Das mit der Beeinflussbarkeit ist so eine Sache - man könnte mehr Einfluss nehmen, würde man bewusster er-leben und das wiederum ist jeden Tag ein neuer Kampf es auch zu tun.
9. bored | 12.11.2008 um 23.08
“bored scheint meine Sichtweise sehr bedrohlich, deswegen hat sie ihre ” meine herren, is das ein jammer mit den therapeuten !!
wenns nicht schon genug wär
das die normalsterblichen einen mit den harte fakten
seiner selbst knüppeln .
ich wollt nem jungen kollegen meine schwester näher bringen
und hab die beiden unter einem vorwand
an meinem handy zusammengeführt.
ich frag zwei tage später meine schwester
was sie denn nun eigendlich gesprochen hätten
und sie sagt ganz lakonisch :
“hm..net viel. wir haben nur beide festgestellt
dass du spinnst . ”
so.
nun wird also auch noch seitens eines psychologischen fachmannes
der ungefähr der gleichen ansicht ist sich nur gewählter und komplexer ausdrückt dabeimein gefühlsleben rausgefiltert und der öffentlichkeit preis gegeben.
er hat recht.
ok?!
JA DRAKO : DU HAST RECHT ! OK ?!
es erscheint mir in der tat bedrohlich
ich frag aber:
wem nicht ?
wenn du dir son esogedöns wie die wiedergeburt aussuchst
kompensierst du damit auch gewisse ängste
und es ist bequem dinge auf die lange bahn zu schieben
weil du mit deiner ansicht deine quasi lebenszeit
auf ein unbestimmtes mass ausdehnst.
was du in diesem leben nicht schaffst
und sei es das richtige karma aufzubauen
mei
dann halt im nächsten.
wurscht.
hat ja zeit .
10. lord.daywalker | 13.11.2008 um 07.24
@bored
Ich liebe Deine krasse, direkte Art die Dinge auf den Punkt zu bringen - auch wenn ich - wie in disem ‘Fall’ - Deine Ansicht nicht teile
hinterlasse der Nachwelt deinen monster.senf
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