Endlich auch für Tiere
02.12.08 - 11:45 von yana
Endlich gibt es auch für bedürftige Tiere(oder solche mit bedürftigen Herrchen oder Frauchen) eine Tafel.
Sicher, es gibt Menschen, die sagen “Wenn der/die schon kein Geld hat, was schafft er/sie sich dann noch Tiere an, bzw. schafft sie nicht ab?”.
Aber für jemanden, der nicht mal eben ins Kino oder Restaurant, ins Theater oder auch nur die Kneipe um die Ecke kann, ist ein Tier eine wertvolle Verbindung zur Außenwelt(falls es ein Hund ist zumindest), ein Anreiz, sich nicht komplett hängen zu lassen, weil man ja noch für jemanden zu sorgen hat, ein Gefährte, der zu einem hält wenn alle Freunde einen mehr oder weniger verlassen haben, weil man sie nicht einlädt, weil die Wohnung zu schäbig, zu schlecht geheizt oder schlicht kein Geld da ist, dem Gast auch etwas anbieten zu können.
Wenn dann das Geld knapp ist, Futter oder Tierarztrechnungen nicht bezahlt werden können, werden die kleinen Gefährten mitbestraft. Tierfutter ist irgendwie im HartzIV Regelsatz nicht vorgesehen
Wer sich also näher informieren, sich vielleicht gar engagieren möchte, hier der Link:
http://www.tiertafel.de
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12 Kommentare Kommentar hinzufügen
1. Cybaer | 03.12.2008 um 14.45
> Tierfutter ist irgendwie im HartzIV Regelsatz nicht vorgesehen
Das dürfte wohl daran liegen, daß Hartz IV kein Geschenk Gottes ist, sondern aus den Steuergeldern der fürs Geld arbeitenden Bevölkerung gewonnen wird.
Vielleicht ist die Sinnhaftigkeit, unfreiwillig noch mehr Steuergroschen für etwaige Kläffer der Hilfsbedürftigen vom eigenen Geld abzugeben, nicht unbedingt zu vermitteln?!
Also: Gut, daß es so etwas wie Tiertafel gibt! Wenn mal wieder ein Schüler aus armen Haus sein Schulessen nicht bezahlen kann, dann könnte man ihn ja vielleicht ersatzweise auch zur Tiertafel schicken?
Dann wirkt das ganze auch gleich noch perverser …
PS: Bevor auf mich unvermeidlicherweise eingehackt wird, falls man es nicht schafft, meine bescheidene Meinung einfach zu ignorieren: Ich bin übrigens Anhänger eines bedingungslosen Grundeinkommens …
… und dennoch der Meinung, daß das aktuelle H4 nur zur Deckung der Grundbedürfnisse herhalten sollte. Bei allem, was darüber hinausgeht immer dran denken: Das Geld wird den Nicht-H4- oder -Sozialhilfeempfängern erzwungenermaßen weggenommen …
Andererseits ist es natürlich auch das gute Recht eines jeden Steuerzahlers, statt hungernder Kinder freiwillig auch (und hoffentlich nicht ausschließlich) hungernde Tiere zu unterstützen. Eine großangelegte Plakatkampagne, “Brot für die Tierwelt”, könnte da noch Potential entfalten. Und statt großer, schwarzer Augen von darbenden Negerbabys, vielleicht niedliche Welpenmotive? Das würde mal wenigstens etwas Abwechslung bringen in die vorweihnachtlichen Plakatwände …
2. yana | 03.12.2008 um 15.38
Stimmt, die Raten für Eigentumswohnungen/Häuser zu zahlen, ist sinnvoller, oder jemandem ein Auto zu finanzieren. Das ist bei Hartz IV ja durchaus drin, dummerweise aber nur für die, die vorher schon Geld genug hatten, sich solche Dinge anschaffen zu können. Einem H$er in selbstbewohntem Eigentum stehen übrigens auch fast doppelt so viele Quadratmeter zu wie dem, der dummerweise zur Miete wohnen muß. Für den ist ein Zuschuß zum Katzenfutter dann natürlich auch unvertretbarer Luxus, klar.
Und für Schüler gäbe es dann immer noch die Möglichkeit der normalen Tafel oder des Sponsoring, daß es auch an vielen Schulen gibt.
Wann hätte H4 das letzte Mal wirklich zur Deckung der Grundbedürfnisse gereicht? Schon Kinder, die durchaus ab und zu mal mehr zum anziehen brauchen als Erwachsene, oder die Schulmittel und Bücher benötigen, haben da komplett verloren. Das ist da nämlich auch nicht vorgesehen. Ach ja, und da war doch neulich noch diese Geschichte der H4 Familie, die Master Day uns präsentiert hat. Anscheinend hat diese spezielle Gruppe von Steuerschmarotzern nicht einmal das Grundrecht auf eine feste Bleibe.
Upsili, was ist nur aus dem Begriff “Grundbedürfnisse” geworden? Anscheinend sollten wir den neu definieren.
Wie bringst du es übrigens fertig, nonchalant davon zu sprechen, daß Tierfutter kein Grundbedürfnis darstellt, für das Geld aus öffentlichen Mitteln verschwendet werden würde, aber gleichzeitig ein Grundeinkommen zu fordern? Reicht das bei dir dann für Wasser, Brot und einen Schlafsack und würde privat finanziert?
3. Cybaer | 03.12.2008 um 16.13
> Das ist bei Hartz IV ja durchaus drin, dummerweise aber nur für die, die vorher schon Geld genug hatten, sich solche Dinge anschaffen zu können.
Wenn “vorher” jemand genug Geld hatte, dann kann man sicherlich davon ausgehen, daß er “vorher” auch entsprechend mehr Steuern gezahlt hat – u.a. um davon H4 zu bezahlen.
> Wann hätte H4 das letzte Mal wirklich zur Deckung der Grundbedürfnisse gereicht?
Die einen sagen so, die anderen so.
> Wie bringst du es übrigens fertig, nonchalant davon zu sprechen, daß Tierfutter kein Grundbedürfnis darstellt, für das Geld aus öffentlichen Mitteln verschwendet werden würde, aber gleichzeitig ein Grundeinkommen zu fordern?
Das System ist schlicht nicht vergleichbar. Bei H4 muß ja leider das ganze Behördengesumms (die in der freien Wirtschaft wohl überwiegend keine Stelle kriegen würden :-)) inkl. der “Schnüffler” bezahlt werden.
Will heißen: Ich bin eher gegen Steuerverschwendung. Und mir scheint das bedingungslose Grundeinkommen eine deutlich geringere Steuerverschwendung zu sein, als das jetzige System. Aber eigentlich bin ich wg. versch. Vorteile dafür. Die geringere Steuerverschwendung ist nur der Bonus.
Was das Tierfutter angeht: Mir scheint, das Geld reicht wohl noch für McDonalds, Zigaretten und Bier. Vielleicht sollte man zuerst mal davon Abstand nehmen …
> Reicht das bei dir dann für Wasser, Brot und einen Schlafsack und würde privat finanziert?
Den Satz verstehe ich nicht. Eine Neuformulierung könnte dem wohl abhelfen.
4. yana | 03.12.2008 um 16.25
“Vorher” mehr Steuern bezahlt-oder mehr Steuern gespart, mehr privat investiert, mehr Steuern abgeschrieben? Übrigens gibt es genügend H4 Empfänger, die “nebenbei” arbeiten gehen, so fünfzig bis sechzig Stunden die Woche, und entsprechende Steuern zahlen. Trotzdem steht denen kein Cent mehr zu als eben ein gewisser Prozentsatz mehr, abhängig vom Verdienst. Für Auto und Wohneigentum oder auch nur Erspartes reicht das deshalb noch lange nicht.
Ich liebe diese lustigen Vorurteile. H4 Familien, die ständig zu Micky Ds gehen, den Rest versaufen und verqualmen und am Ende des Monats kriegen die armen Würmchen nix mehr zu fressen und müssen ohne Frühstück und barfuß in den Kindergarten/die Schule.
Ich kotz gleich…
Gut, anders formuliert: was sind Grundbedürfnisse?
5. Cybaer | 03.12.2008 um 17.03
> Übrigens gibt es genügend H4 Empfänger, die “nebenbei” arbeiten gehen, so fünfzig bis sechzig Stunden die Woche, und entsprechende Steuern zahlen.
Mit “Steuern zahlen” meine ich, mittels Steuern mehr an den Staat abführen, als von ihm zu bekommen.
OK, zugegebenermaßen für mich nur Theorie, aber ich kann mir irgendwie nicht so ganz vorstellen, daß man als H4ler “nebenbei” soviel verdient, daß man mehr Steuern zahlt, als man H4 bekommt. Wieso bekommt man dann noch H4?
> Trotzdem steht denen kein Cent mehr zu als eben ein gewisser Prozentsatz mehr, abhängig vom Verdienst.
Hmm, ja, finde ich auch richtig so – solange man mehr Kohle von anderen bekommt.
Alternative? Raus aus H4 und eine “richtige” Vollbeschäftigung anstreben. Das ist ja wohl letztlich auch Sinn und Zweck des “Fordern & Fördern” gewesen …
Das “Vollbeschäftigung” als solche (jetzt mal unabhängig von der Sinnhaftigkeit dieses Mantras) wohl kaum mehr machbar ist, steht allerdings wieder auf einem anderen Blatt (auf welchem “Grundeinkommen” steht
).
> Ich liebe diese lustigen Vorurteile. H4 Familien, die ständig …
Tja, im Gegensatz zu den über jeden Zweifel erhabenen H4lern, sieht man die halt am häufigsten.
> Gut, anders formuliert: was sind Grundbedürfnisse?
Also so wie es mom. definiert ist, paßt’s IMHO schon.
Ruhig ohne Tierfutter …
… wobei: “Glücklich” bin ich damit auch nicht (von wegen: positiver Einfluß etc. wie ja auch von dir IMHO zutreffend beschrieben), aber ich kann da trotzdem nicht über meinen Schatten springen.
6. yana | 03.12.2008 um 17.15
Erklär das mit den Grundbedürfnissen doch mal dieser Familie, wo der Arge, bzw. deren Mitarbeitern das ziemlich egal ist, ob sie noch wohnen oder schon mitsamt Kindern auf der Straße leben. Dann schau dir wiederum an, was im Regelsatz so enthalten ist für Bekleidung(reicht grade für Kinder nie), für Schulbedarf(reicht ungefähr für einen Bleistift im Monat), für Verhütungsmittel(kein Grundbedürfnis?). Und für manchen ist es eben auch noch ein echtes Bedürfnis, sich ein Haustier zu halten. Nur wird das eben nicht anerkannt. Genausowenig wie wohnen in einer menschenwürdigen Umgebung offensichtlich oder Turnverein, Bücher, etc. für Kinder, vielleicht ein Fahrrad,…
Wenn die Arge mal wieder Murks baut, ist selbst das Grundbedürfnis “essen” nicht mehr gedeckt.
(und auch alte Menschen mit Rente sind bedürftig und dürfen zur Tiertafel. Die haben dann im Zweifelsfall ihr Leben lang in die Sozialkassen eingezahlt. Aber ein Hund oder eine Katze steht ihnen trotzdem nicht zu?)
“Fordern und Fördern”. Daß ich nicht lache. “Richtige” Vollbeschäftigung? Immer mehr Menschen bekommen wegen ihrer Kinder(trotz Vollbeschäftigung) H4. Laß mich raten: sollen sie sich halt keine anschaffen…
7. Drako | 03.12.2008 um 20.05
zu meinen Grundbedürfnissen
ich komme mehr schlecht als recht klar, von meinem H4 gehen für Kommunikation/PC und Tabak, die ich als Luxus bezeichne 110 €, für Miete,Strom, Versicherung + Bankgebühren 380 € weg, da bleiben für Nahrung,Hygiene,Kleidung und öffentliche Verkehrsmittel ca 170 €.
Mit dieser Summe muß ich klarkommen, denn außer dem Tabak kann ich nix stornieren, was ich mir eingestehe ist, daß ich weitaus mehr verdiene, jedoch nicht damit , daß ich irgendwelche Schuld irgendwem anders zuschiebe, es ist immer und an jedem Tag an mir, mich selbst zu bemühen.
Zwischenzeitlich war der Selbstbetrug derart, daß ich mich fast gänzlich auf den Mangel eingeschossen hab, eigentlich nur, um der täglichen Anstrengung zu entgehn.
Wenn eins gar nichts nützt, ist es sich über die Gesellschaft aufzuregen, das macht vielleicht situativ etwas Luft, ändern tuts nichts.
Jetzt ist es so, daß ich aus jeder neuen Aktivität, sei es Hilfe zur Selbsthilfe, Arbeitssuche, Pflege nützlicher Beziehungen viel mehr Energie schöpfe, als diese für Jammerei zu verschwenden.
btw @yana 2 ” Kinder….keine anschaffen ”
Ich halte es für äußerst herzlos, sowohl sich selbst, als auch den Kindern gegenüber, eine Familie in eine hochgradig unsichere Situation hineinzugründen, und dann, wenn man unfähig ist, klarzukommen, die ganze Zeit mit Beschwerden und Pöbelei gegen die Situation zu verschwenden.
Jeder kann sich informieren und hat Augen, um zu sehn, was los ist, es hat Null Sinn, zu hoffen, daß es einem selbst besser geht, bzw man selbst besser behandelt wird.
Und, nenn mir bitte einen wirklich triftigen Grund,in dieser Zeit Kinder zu bekommen – ich kenne nämlich nur einen, den, keinen Grund dafür zu haben.
Im übrigen sind Kinder sehr oft Mittel, werden per Sachzwang vorgeschoben, um die eigene Unfähigkeit, das Nichtgewachsen-Sein zu ver – klären, ähnlich ist es mit Haustieren.
8. lord.daywalker | 04.12.2008 um 12.28
Ich denke egal ob das nun Grundsicherung, Grundeinkommen oder Hartz IV heisst – die meisten Menschen sind – zumindest bisher – nicht in diese Lage hinein geboren. Ergo kann niemand einer Familie hinterher sagen: “Euer Lebensplan ist/war falsch – ihr hättet keine Kinder kriegen dürfen und Haustiere schon zweimal nicht.”
Dass es bei einer relativen Aussichtslosigkeit in Sachen Job und Zukunft auch einer besonderen Psycho-Hygiene bedarf steht für mich ausser Frage – ob man die nun mit einem Tier (des Menschen bester Freund) ins Lot bringen kann oder nicht, wird sich nach dem Einzelfall richten.
Hier aber mit besonderem Hintergrund darüber zu referieren was richtig und was falsch ist – nun ja – dazu gäbe es von meiner Seite aus einiges zu sagen, was ich mit bewusst erspare …
Tatsache ist und bleibt dass derjenige der auf Unterstützung angewiesen ist, der letzte Arsch ist in diesem unserem Lande und wenn ich mir dazu dann ausgerechnet noch von der SPD anhören muss, dass Konsumgutscheine ausgegeben werden sollten – und zwar an ALLE – dann muss ich sagen, dass auch diese Partei nicht dazu angetan ist, das Master-Problem zu lösen – nämlich denen, die sich als Menschen 3. Klasse fühlen müssen, eine bessere Perspektive zu verschaffen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die allseits propagierte Unterstützung für Familien gefälligst auch statt findet.
9. yana | 04.12.2008 um 13.38
Unterstützung für Familien wäre toll. Dummerweise bekommen bei dieser Sache mit dem Elterngeld und demnächt bei der Kindergelderhöhung aber nicht die mehr, die es am nötigsten hätten…
10. lord.daywalker | 04.12.2008 um 15.08
Zwar weiss ich darüber nicht wirklich Bescheid, aber leider glaube ich das sofort
11. Cybaer | 04.12.2008 um 18.05
@yana
Daß es unter den zuständigen Beamten richtige Vollidioten gibt, ändert ggf. nichts an der “Richtigkeit” des “Prinzips”. Daß man sich natürlich fragen muß, ob das alles so richtig ist, wenn die Klagen vor den Sozialgerichten explodieren, und der Hälfte der Klagen auch noch stattgegeben wird, steht auf einem anderen Blatt.
Dennoch: Solange wir dieses System haben, solange halte ich es auch für richtig, den H4/Sozi-Empfänger schnellstmöglich wieder inn die Situation zu bringen, darauf nicht mehr angewiesen zu sein. Denn das IMHO Schlimmste überhaupt ist das “Prekariat in der Generation X”. D.h., wenn man erstmal davon ausgehen kann, daß H4-Kinder mit großer Wahrscheinlichkeit selber mal auf Stütze angewiesen sein werden, dann ist das schlicht eine Katastrophe …
… und leider wohl nicht allzu selten.
Daß ich der Meinung bin, die Politiker würden sich mit “Vollbeschäftigung” selbst (oder zumindest dem Bürger) was in die Tasche lügen, schrieb ich ja.
Letztlich bedeutet Grundeinkommen für mich nicht so etwas wie “H4+ für alle”. Damit muß IMHO ein gravierender Wandel der Gesellschaft selbst einhergehen. Insbesond. des Schulsystems/Erziehungswesens, also der Art, wie das Interesse der Kinder beibehalten, und ihrne Talenten/Neigungen spezifisches Wissen vermittelt wird.
@Drako
Hmm, bekommt man nicht zuzügl. zu H4 Wohngeld? Ich dachte bislang, die Miete wäre nicht im H4-Satz drin?
@Day
Das hier ist Meinungsaustausch. Ich glaube auch nicht, daß es bei solchen Themen absolute Richtig- oder Falsch-Positionen geben kann.
Und zur Kindergelderhöhung: AFAIK (und ich kann es kaum glauben, so bescheuert finde ich das, falls es wirklich stimmen sollte) wird das, was H4-Familien an zusätzlichem Kindergeld bekommen, direkt vom H4-Betrag wieder abgezogen. Schließlich sei für H4-Familien der Regelsatz die Richtlinie …
Na ja, bin bestimmt nicht der einzige in diesem Land, der es für eine gute Idee halten würde, (mind.) die Hälfte der Politiker dieser “Parteiokratie” einfach an die Wand zu stellen, und von vorne anzufangen. Leider haben diese Halunken ja bei der Wiedervereinigung (genauer: Anschluß) davon Abstand genommen, diese ursprünglich vorgesehene Pflichtaufgabe auch zu erfüllen. War wohl bequemer so, als sich möglicherweise Diskussionen über ihre Pfründe auszusetzen …
12. Drako | 05.12.2008 um 12.43
@cybaer
Hartz4 besteht für mich aus dem Regelsatz und dem Höchstsatz für die angemessenene Miete ( da meine Wohnung etwas teurer ist – Luxus – leg ich den Teil, der nicht im Höchstsatz ist, vom Regelsatz drauf )
Bringts denn was, Politiker an die Wand zu stellen ?
Ich sag nein, denn es ändert nichts an der Ursache, warum es so viele Politiker gibt.
Der Mensch selbst ist das Problem, warum wohl gibts so viele Parteien?
Weil sich niemand auf die wirklich wichtigen Dinge einigen kann.
Und warum einigt sich niemand drauf?
Weil nur noch wenige die wirklich wichtigen Sachen sehn, bzw diese mit diversen unterschiedlichen Macharten verknüpfen.
Ich bin der Meinung, daß erst, wenn das Gros der Gesellschaft erkennt, das aller Wohlstand , alles Geld eigentlich nur ein Deckmantel für eine unsäglich kranke soziale Situation ist, der Blick auf die wahre Gegenwart gelenkt werden kann.
( Heißt, wir haben zum Beispiel im MOMENT null Grund, uns um Zukunft und Vergangenheit zu kümmern, auch das sind nur Vehikel )
Bei einer Milliarden-Ablenkungs-Industrie fällt genau dies jedoch sehr schwer, sie bedient ja auch nur die Unfähigkeit, den eigenen Zustand situativ anzuerkennen.
Und diese Unfähigkeit, das Aufrechterhalten einer destruktiven Illusion, das Puschen des Selbstwertgefühls macht sich besonders zu Weihnachten bemerkbar <siehe yanas Advent Advent – Beitrag
und wird damit wieder an die Kinder weitergegeben, denen man jedwedes Leiden ersparen will, und sie damit wieder für dumm verkauft, oder selbst es einfach nicht ertragen kann, in traurige Kinderaugen zu blicken.
Der Spiegel der eigenen Kindheit mag da ne große Rolle spielen.
Also geht es auch darum, ein gesundes Verhältnis zu leidvollen Situationen wiederzugewinnen, und nicht jede traurige Situation mit materieller oder sexueller oder wie-auch-immer-gearteter Energie wegzudrücken.
Ursache dafür sind sicher auch ein großes Mißtrauen und Neid untereinander, gelebtes gesundes Leid macht anfällig und angreifbar, gibt Deckungen auf – es ist also gefährlich, in der “Öffentlichkeit ” “gesund” zu sein.Man wird sogar sich selbst gegenüber mißtrauisch, was passiert dann, wenn ich die Rüstung ablege, Kontrolle aufgebe – völlig neuer Zustand – beängstigend.
Ich wünsche allen mindestens einen oder zwei gute Freunde oder Partner, gegenüber denen mann/frau es nicht nötig hat, irgendwas zu beweisen, wo es keine Not tut, irgendjemand anderes zu sein, als man/frau grad ist.
Dazu gehört freilich, das man anerkennt, wer man wirklich ist.
und damit sind wir wieder bei Wachowskis Pillen – Allegorie :
je mehr die rote Pille nehmen, um so leichter wirds, was zu ändern…
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