Ein Opfer fremdenfeindlicher Hetze

11.07.09 - 08:30 von miss.secretary

Die Tatsache, dass so etwas geschehen kann ist schon schlimm genug. Dass auch noch versucht wurde den Vorfall mit einer eher lapidaren Agenturmeldung tot zu schweigen, setzt dem Ganzen die Krone auf!
 
Dies hier ist der Wortlaut der ursprünglichen dpa-Meldung:
 

“Dresden (dpa) – Bluttat im Dresdener Landgericht: Mitten in einer Gerichtsverhandlung hat ein Angeklagter eine Zeugin erstochen. Zwei weitere Menschen wurden verletzt. Der Täter, der nach einer Verurteilung wegen Beleidigung Berufung eingelegt hatte, wurde sofort überwältigt. Dabei sei auch ein Schuss gefallen, so die Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte hatte im August 2008 auf einem Spielplatz eine Frau beschimpft. Er war dafür zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Darüber sollte heute erneut entschieden werden.”

 
Also keine Rede davon, dass es sich um eine möglicherweise fremdenfeindlich motivierte Tat handelt und/oder dass der Ehemann der ermordeten Ägypterin während des Vorfalls von einem Polizisten angeschossen wurde und/oder dass der dreijährige Sohn während des Vorfall anwesend war.
 
Zeit Online schreibt später dazu:
 

“Der Mord an einer Ägypterin in einem Dresdener Gerichtssaal erregt auch in Deutschland die Muslime. Der Täter, ein Russlanddeutscher, hatte offenbar Kontakt zur NPD.”

 
Weitere Artikel: ad hoc News & LVZ Online
 
Dass man im Ausland die Sache “etwas” empörter sieht als das die dpa liegt wohl auf der Hand:
 

“Tote aus Dresden in Ägypten als Märtyrerin verehrt
 
Eine Trauerfeier gerät zur Protestdemonstration: Mehr als 1000 Menschen haben sich in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria dem Trauerzug für die im Dresdner Landgericht getötete Ägypterin angeschlossen. Die Muslimin wird in ihrem Heimatland mittlerweile als “Märtyrerin im Namen des Kopftuches” verehrt.

 
Artikel: Welt Online
 

Beitrag by Narcotic Films

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12 Kommentare Kommentar hinzufügen

  • 1. MJoe  |  11.07.2009 um 17.05

    Wow.
    Auch bei uns in Österreich wurde nur vermeldet, ein Mann habe in Dresden in einem Gericht eine Frau attackiert.
    Daß da Nationalitätsprobleme im Spiel waren – keine Rede!

  • 2. lord.daywalker  |  11.07.2009 um 19.47

    Das passt dann ja zum entstandenen Eindruck …

  • 3. MJoe  |  11.07.2009 um 19.58

    Hm, vielleicht ist der fremdenfeindliche Hintergrund ja auch egal.
    Daß ein Mann einfach so im Gericht (!!!) eine Frau attackiert ist schlimm genug.

  • 4. lord.daywalker  |  11.07.2009 um 19.59

    Das sieht man in Ägypten dann doch ein wenig anders …

  • 5. lord.daywalker  |  11.07.2009 um 20.00

    Ach ja – und wenn sich Steinmeier aufmacht, um zu kondulieren, dann ist entweder Wahljahr oder … er besinnt sich auf sein Amt als Aussenminister :-)

  • 6. MJoe  |  11.07.2009 um 20.03

    Klar sehen das die Ägypter anders.
    Aber ich wurde mal von eienm Nigerianer beinahe vergewaltigt. Einzig meine Selbstverteidigungskenntnisse haben mich aus der Situation gerettet.
    Das war ein Fall. Muß ich jetzt alle Nigerianer hassen?
    Oder muß Österreich Nigeria den Krieg erklären?
    Soll die Regierung dazu aufrufen, alle Nigerianer in Österreich zu töten?

  • 7. lord.daywalker  |  11.07.2009 um 20.08

    Bestätigen sich die Kontakte zur NPD darf mit Fug und Recht ein fremdenfeindlicher Hintergrund vermutet werden. Weiterhin kann es medientechnisch nicht in Ordnung sein, das einfach zu verschweigen, und zwar egal ob Wahljahr ist, G8 oder Obama Frau Merkel bereits zur Wiederwahl gratuliert …

  • 8. Drako  |  11.07.2009 um 20.17

    mE ist Fremdenfeindlichkeit auch nur ein Symptom.
    Mehr interessiert mich, wie es jetzt um den Status ” Gerichtsbarkeit ” als Hüter von Recht und Ordnung bestellt ist.
    Eigentlich kann ja jetzt jeder Aussageverweigerung mit einem prägnanten Präzedenzfall begründen.
    Auch wieder nur ein Zeichen dafür, daß die ausgeschriene ” Sicherheit für alle ” ein Fake ist.
    Und es politisch zu hypen dient denen, die Menschenhaß für weitaus lukrativere Zwecke nutzen.
    Das ist auch in Ägypten so, wobei ich damit echte Trauer nicht beleidigen will.
    :klo:

  • 9. MJoe  |  11.07.2009 um 20.32

    Eure Lordschaft, verstehe mich nicht falsch.
    Ich will, was ist, nicht unter den Teppich kehren.
    Aber ich finde es auch nicht gut, wenn von den Medien Fremdenhaß geschürt wird.
    Ein Russe greift in Deutschland eine Ägypterin an.
    Das ist doch ein gefundenes Fressen für alle “Migranten Raus” – Rufer.

    In den USA hat ein Mann seine 8 Töchter auf engsten Raum eingesperrt und regelmäßig mißbraucht. Es gibg durch alle Medien, daß er Adventist war. Plötzlich sind wir Adventisten alle perverse Schweine.
    In Graz passieren beinahe täglich Drogendelikte, und immer steht da “der Afrikaner”, “der Dunkelhäutige” oder “der Nigerianer” statt “der Dealer” oder “der Mann”.

    Verstehst Du, was ich meine?

  • 10. lord.daywalker  |  11.07.2009 um 22.21

    Ich bin sicher, wir verstehen uns gegenseitig :wink:

  • 11. Süße  |  12.07.2009 um 12.46

    …wenn jemand auf Grund seines Äußeren als islamistischer Terrorist beschimpft wird lässt das für mich keinen anderen Schluss zu als fremdenfeindlicher Hintergrund. Wahrscheinlich zusätzlich zu fehlender Kinderstube und Arroganz.
    Bei dem Polizist wurde schon von offizieller Seite eingeräumt, er kam erst in den Gerichtssaal als der Ehemann dazwischen ging (also als die Frau bereits niedergestochen war) und er sah nur Mann und ausländischer Mann und hat “instinktiv” auf den ausländischen Mann geschossen. Aber klar, auch hier kein fremdenfeindliches Motiv. Soweit sind wir schon…

  • 12. MJoe  |  12.07.2009 um 12.59

    @ Süße:
    So viele Details kannte ich zu dem Fall nicht.
    Das ist dann schon ein bisserl arg krass!

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