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Herbsttag

2 monster.senf 05.10.08 - 17:50 von yana

“Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
 
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
 
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.”
 
Rainer Maria Rilke


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Lügen…

64 monster.senf 25.09.08 - 19:56 von yana

… wir nicht alle, jeden Tag? Aus Konvention?
Wenn wir einen Bekannten treffen, fragen wir “wie geht es dir?”. Und können uns oft nicht einmal an seinen Namen erinnern. Also ist uns auch seine Befindlichkeit herzlich egal. In der Regel wird er antworten “gut”. Und weitergehen. Auch das ist meist eine Lüge.
“Schön, dich mal wieder zu sehen” sagen wir. Und denken dabei “mußtest du mir ausgerechnet jetzt und hier über den Weg laufen?”

Die Gesellschaft ist dergestalt gestrickt, daß sie solche und ähnliche Lügen nicht nur toleriert, sondern ERWARTET. Ehrlichkeit führt da schnell zu seltsamen Blicken, macht zum Außenseiter. Wird als schlechte Erziehung und noch schlechteres Benehmen gewertet.

Dann gibt es da noch diese Lügen, wo man bewußt so formuliert, daß der Andere zu dem von uns gewünschten Schluß kommen muß. Man lügt mit der Wahrheit.
Auch mit Auslassung bestimmter Tatsachen läßt sich hervorragend lügen, “was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß” ist nicht umsonst ein bekanntes und beliebtes Sprichwort.


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Eigentlich…

10 monster.senf 31.07.08 - 11:37 von yana

…kann er das noch nicht, was er kann. Aber niemand hat ihm das jemals gesagt, und so wußte er das nicht. Und hätte man es ihm gesagt, er hätte es nicht geglaubt.


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Die Farbe Rot…

2 monster.senf 28.07.08 - 10:46 von yana

…steht für Liebe, für Gefahr, für Feuer, für Tomatensaft, für rote Gummibärchen und für Blut.
Was haben all diese Dinge gemeinsam?
Die Farbe Rot…


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Loslassen…

6 monster.senf 14.07.08 - 20:30 von yana

…kann nur der, der noch nie etwas verloren hat. Wer schon einmal etwas verloren hat, klammert sich umso fester an das, was er hat.
Wer dennoch loslassen kann, hat entweder nichts mehr zu verlieren, oder erkannt, daß man letztlich sowieso nichts halten kann…


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Manche Gespräche…

10 monster.senf 13.07.08 - 20:11 von yana

…sind wie eine Flasche Ketchup: erst tut sich gar nichts, und dann wird man zugeschwallt.
Manche Gespräche sind wie weiße Zuckerwatte: substanzlos eigentlich, schwer greifbar, machen erst mal den Magen voll, haben aber keinen echten inhalt und hinterlassen einen schalen Nachgeschmack.
Manche Gespräche sind wie Filme in einer Sprache die man nicht versteht: man glaubt ungefähr zu wissen, worum es gehen könnte, aber das bleibt auch nur eine Vermutung.
Manche Gespräche sind wie fettiges Fastfood: viel zu viel und liegt hinterher schwer im Magen.
Manche Gespräche sind wie ein vegetarisches Menü: eigentlich vielleicht ganz gesund und notwendig, aber irgendwie unbefriedigend.
Manche Gespräche sind wie eine warme Flasche Cola: übersprudelnd, mehr ein Kampf darum, wer das Wort hat, als ein Austausch.
Manche Gespräche sind wie Pralinen: man sieht die Oberfläche, aber der eigentliche Inhalt bleibt eine Überraschung, bis es zu spät ist.


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Die ersten Eisenbahnen…

8 monster.senf 07.07.08 - 20:01 von yana

…fuhren unglaubliche Geschwindigkeiten von bis zu DREISSIG Stundenkilometern!

Okay, im heutigen Technikzeitalter klingts albern. Aber die Leute waren damals wirklich besorgt, daß dermaßen unnatürlich schnelle Fortbewegung sie krankmachen könnte.

Flugangst, Platzangst, Höhenangst, Reisekrankheit, Angst vor Pandemien, Burnout,…
Sind wir wirklich sicher, daß da nicht unser innerer Steinzeitmensch Alarm schlägt und uns auffordert, in unsere kuschlige Höhle zurückzukehren…?


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Ist euch schon mal aufgefallen…

19 monster.senf 07.07.08 - 07:04 von yana

…wie sehr Babies alten Menschen gleichen?
Zahnlose Kiefer, schrumpelige, dürre Hälse, unverständliche Sprache, Starren ins Leere, wenn man sie anspricht, Schlaflosigkeit, Mäkeligkeit, unvermittelte Wutanfälle,…
Nur sind zänkische alte Leute nicht halb so niedlich-aber dafür kann man sie beerben ;-)


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Kennt ihr…

13 monster.senf 25.02.08 - 09:11 von yana

…diese Sorte aggressive Rentner, die sich in ihrem dicken Benz verschanzen wie in einem Panzer? Letztens vor dem örtlichen Discounter mußte ich feststellen, daß diese Sorte anscheinend immer so fährt, als gehöre ihnen die Welt, sei es mit ihrem Auto, sei es mit einem Einaufswagen…
Ob man dem Herrn hätte erzählen sollen, daß so ein simpler Einkaufswagen durchaus keinen Airbag besitzt und auch nicht Vollkaskoversichert ist :-? ?


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Voice of the Night

2 monster.senf 20.09.07 - 20:06 von yana

So mancher läuft davon. Tagtäglich. Vor sich selbst. Schließt die Augen ganz fest, um im Spiegel nicht zu sehen, was genau ihn da anblickt. Versteckt sich hinter Masken, hinter Pflichten. Bloß nicht einen einzigen Moment innehalten. Bloß nicht aufhören zu rennen. Nur nicht nachdenken. Immer der sein, der erwartet wird, der gebraucht wird, der man von sich selbst meint, zu sein, der man von sich selbst erwartet, zu sein.
Nur nie still sein.
Wer hält die Stille aus?


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Voice of the Night

monster.senf abgeben 15.09.07 - 21:00 von yana

Wenn so eine lange Woche endlich vorbei ist, dann macht man sich manchmal Gedanken. Darüber, was passiert ist oder nicht passiert ist, darüber, was man gesagt und getan hat, bewertet sich und seine Handlungen und Gedanken und die anderer. Man sieht, was man eigentlich tun wollte und nicht getan hat, was man vielleicht gesagt oder getan hat, das man besser hätte lassen sollen. Nimmt sich vor, das eine oder andere zu ändern und weiß genau, man fällt wahrscheinlich sowieso wieder in den alten Trott zurück. Der Neujahrseffekt quasi;-)

Normalerweise ist das auch nicht weiter schlimm, man meint immer, noch ganz viel Zeit zu haben. Das Leben scheint ewig zu währen, vor allem, wenn man jung ist. Doch manchmal, da bleibt dann auf einmal keine Zeit mehr. Haben wir etwas versäumt, das wir nie werden zurückholen können.
Warum leben wir oft so sehr bequem im “morgen”? Sollten wir nicht lieber versuchen, mehr im “heute” zu leben, bevor es zu spät ist?


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Voice of the Night

26 monster.senf 24.08.07 - 22:43 von yana

Was ist eigentlich Liebe? Einfach, werdet ihr sagen, lieben kann und tut doch jeder. Wirklich? Jeder? Aber was ist Liebe denn nun eigentlich?
So mancher liebt ein gutes Essen, ein gutes Buch, einen Abend mit Freunden,…den Partner, die Eltern, Kinder, Freunde,…
Ein einziges Wort für all das. Aber doch wohl kaum alles das Gleiche. Was davon ist denn nun die wahre Liebe? Selbst, wenn man dieses Wort eingrenzen möchte, sagen wir, auf zwischenmenschliche Beziehungen, gibt es doch graduelle Unterschiede. Und unendlich viele Definitionen. So viele, wie Menschen. Mancher denkt, Liebe sei das, was wir an Selbstlosigkeit in uns haben. Den anderen glücklich machen zu wollen, wie immer das jeweils aussehen mag. Aber reicht das schon? Manchmal ist das, was einen Menschen vermeintlich glücklich macht, niht das, was letztlich wirklich gut für ihn ist. Ist es dann Liebe, es ihm zu geben? Ein weiser Mann, das Christentum nennt ihn Gottes Sohn, forderte, man solle seinen Nächsten lieben wie sich selbst. Ein hohes Ziel. Aber doch wohl kaum zu verwirklichen. Und man muß sich zuerst selbst lieben dazu…
Kann also eine aufopferungsvolle Liebe die sein, die da gemeint ist? Eine, die sich selbst vernachlässigt, kann den Kern dieser Aussage nicht erfüllen. Also muß es Grenzen geben. Angeblich hat nur Gottes Liebe keine. Aber fühlen sich darum auch alle seine Geschöpfe geliebt? Nein. Und auch nicht der, der manchmal lange und unter großen Opfern nach Liebe sucht, nur, um immer wieder enttäuscht zu werden. Manch einer verzweifelt gar an seiner Liebe zu einem anderen. Liebe ist also doch egoistisch. Sie will widergeliebt werden.
Die Definition von “Liebe” zweier Geschöpfe muß also zusammenpassen, soll eine wie auch immer geartete Beziehung erfolgreich sein. Für manchen ist Liebe, vom anderen bedingungslos akzeptiert zu werden. Für einen anderen wiederum mag Liebe sein, daß der jeweils andere sich so verbiegt, daß er den eigenen Vorstellungen entspricht. Nur dann wäre er bereit, auch zu geben. Das kann nicht gutgehen…
Der eine braucht als Zeichen der Liebe Zuwendung, Zuhören, Verstehen-Wollen. Der andere denkt, Zeichen der Liebe sei es , pünktlich Mahzeiten hinzustellen, für das Äußere zu sorgen. Auch das geht nicht gut.

Was also ist Liebe? So ein einfaches Wort. Doch so vielfältig in Definition und Verständnis, wie es Menschen wohl gibt. Manche davon werden nie zueinander finden. Nicht in diesem Leben. Und vielleicht niemals. Denn Liebe kann auch eine Waffe sein, kann erpressen, kann die Liebe anderer töten…


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Wo…

6 monster.senf 23.07.07 - 16:58 von yana

…bleibt die Zeit, fragt man sich oft, und meint damit, daß oft so wenig Zeit ist für alles, was man sich eigentlich vorgenommen hat.
Daß Zeit ein sehr subjektives Phänomen ist, daß ist wohl allen klar. Eine Minute kann vorbeifliegen, wenn man sich freut, oder sich zu einer halben Ewigkeit ausdehnen, wenn man auf etwas wartet.
Daß Zeit relativ ist, wissen wir spätestens seit Einstein, wer Science Fiction- oder Fantasyliteratur liest, dem ist klar, daß Zeit nun ganz und gar kein einfaches Phänomen ist, genauso wie das Universum oder wie du und ich.

Aber wo bleibt die Zeit? Wo bleibt all die Zeit, die verflossen ist, wo kommt die Zeit her, die wir in Zukunft erst noch haben sollen? Und: gibt es für jeden eine individuelle Zeitportion oder schöpfen wir alle aus einem Großen Ganzen? Wer bestimmt dann, wieviel Zeit jeder Einzelne bekommt? Und wofür? Wer hat sich das alles ausgedacht? Ist Zeit unendlich? Wie kann sie dann unterteilbar sein?

Fragen über Fragen…ich bin verwirrt. Ich glaube, es wird Zeit, meine ganz persönliche Zeit nun mit etwas anderem zu füllen als damit, weiterzuschreiben. Mal sehn, ob ich den vergangenen Minuten irgendwie hinterherlaufen kann, ich will doch wissen, wo sie hingegangen sind. Und wo all der Inhalt bleibt, wenn die Zeit abgelaufen ist, trennt er sich unterwegs irgendwo wieder von der Zeit? Wo und wann kommen sie wieder zusammen?
Hat mal jemand die Telephonnummer des Schöpfers?


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Verschwörungstheorie…

9 monster.senf 19.07.07 - 14:14 von yana

Es ist Sommer. Mehr oder weniger, Sommerloch, das Wetter fällt von einem Extrem ins andere, gähnende Langeweile oder gestreßte Hektik, Themen im TV, die nun wirklich kein Mensch braucht, die man schon zigmal gesehen hat. Immer wieder der gleiche Müll. Dazwischen noch die Ansprache unserer Kanzlerin, die sich nun in die mehr oder weniger verdienten Sommerferien verabschiedet, sich vorher noch mal lächelnd auf die Schulter klopft(weil sie an dem Tag noch nicht in den Spiegel gesehen hat). Sie hat gut klopfen, angeblich boomt die Wirtschaft, die Arbeitslosenzahlen sinken, etc. pp, blah, blah.
Und warum? Noch nie wure unser Fernsehprogramm so überschwemmt von einer Vielzahl von Berichten über Menschen, die aus diesem unseren Land auswandern. Einige wenige, ganz wenige, noch weniger, sind darunter, die einfach finden, das Wetter in dem Land, in dem sie mal Urlaub gemacht haben, sei einfach besser und deshalb müßten sie jetzt permanent dort leben. Die erkundigen sich, beschaffen sich ein Haus, ein Visum, haben meist schon Sprachkenntnisse, transferieren ihr Geld aus ihrem selbständigen Betrieb in einen vorher angepeilten wiederum selbständigen Betrieb am Zielort, sie kommen mehr oder weniger gestreßt an, groggy vom Umzug und das wars.
Doch in letzter Zeit steigt die Zahl derer, die bekennendermaßen einfach ins Unbekannte aufbrechen, ohne Job, ohne zukünftiges Heim, oft ohne auch nur minimale Sprachkenntnisse oder eine Ahnung, was sie erwartet. Sie packen ihre Kinder ein, eine Zahnbürste und das wars. Als Zuschauer fühlt man sich nostalgisch zurückversetzt in eine Zeit, als die Pioniere im Amerikanischen Wilden Westen aufbrachen. So ähnlich muß es damals oft zugegangen sein.

Liegt dem Wahnsinn eine Methode zugrunde? Lächelt die Kanzlerin deshalb so geheimnisvoll wie die Mona Lisa? Weil hinter den Kulissen unsere Regierung solche Sendungen sponsort um all die, die hier dem Staat sowieso nur auf der Tasche liegen, dazu zu motivieren, endlich zu verschwinden, diesmal nicht in dubiose Maßnahmen sondern ins Ausland, wo immer das liegen mag, auf daß sich die Leute dort mit den Verzweifelten plagen mögen?
Der hiesigen Statistik tuts gut. Wen kümmern schon ein paar, die weit weg wahrscheinlich auch scheitern werden?

Verschwörungstheorie? Mag sein. Aber vielleicht hat der Wahnsinn ja doch Methode…


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Voice of the Night

4 monster.senf 26.06.07 - 22:56 von yana

Es ist viel zu kalt für Sommer(okay, hier in Deutschland, in Griechenland wären sie für eine Scheibe von unserem Wetter froh), es ist dunkel, stürmisch. Genau das richtige Wetter, um nachdenklich zu werden.

Vor einigen Tagen lief im Fernsehen eine Dokumentation über die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. Okay, eine Dokumentation unter vielen, die mittlerweile keiner mehr sehen kann, weil sie einen langsam aber sicher erschlagen. Diesmal ging es jedenfalls um Berlin kur vor dem Einmarsch der Russen. Was mich daran am meisten beeindruckt hat, war ein Satz, fast achtlos vom Kommentator eingeworfen, ein unscharfes Bild dazu. Dieser Satz besagte, daß es dort Familienväter gab, die erst ihre Familien, dann sich selbst umgebracht haben.
Dieser Satz löste bei meinem Schatz und mir einen Austausch von Unverständnis aus. Er verstand nicht, wie ein Mann so etwas tun kann, ich verstand nicht, daß er es nicht verstehen konnte. Daß es vorstellbar ist, daß es Angst geben kann vor einem Schicksal, schlimmer als der Tod.
Ob diese Einstellung nun begründet war oder nicht, vielleicht kann man darüber streiten. Wozu also sind Menschen fähig, die keinen Ausweg mehr sehen? Offensichtlich zu einer ganzen Menge. Mord aus Liebe…?
Daß die Familie Göbbels damals erst ihre Kinder vergiftete, dann sich selbst, ist auch bekannt.
Mord aus Trotz?
Einzelschicksale, so viele. Ich kenne einen Mann, in meiner Kirchengemeinde, der seine Frau seit Monaten gepflegt hat, sich aufgeopfert hat. Jetzt ist diese Frau im Krankenhaus und keiner weiß, ob sie jemals wieder nach Hause zurückkehren wird. Sie hat keine Angst vor dem Tod. Und auch für ihn wäre es eine Erleichterung. Versteht mich nicht falsch: wenn man dieses Ehepaar zusammen sieht, fällt sofort auf, wie sehr sie sich lieben. Seit über fünfzig Jahren schon. Aber sie glauben daran, daß nach diesem Leben ein besseres auf sie wartet und das gibt ihnen Kraft.

Heute nun habe ich erfahren, daß ein Wrestler der WWE allem Anschein nach am letzten Wochenende seine zweite Ehefrau und ihr gemeinsames Kind und danach sich selbst ermordet haben soll. Anscheinend hatte dieser Mann doch alles: Ruhm, Reichtum, eine Familie…aber anscheinend war das nicht genug.

Was kommt nach dem Tod? Das ist nach wie vor das große Rätsel. Würden wir mit dem Leben achtsamer umgehen, wüßten wir, was dann kommt? Würden wir es (noch) leichtfertiger aufs Spiel setzen oder es gar früher wegwerfen?
Vielleicht ist es gut, daß manche Geheimnisse nicht gelüftet werden können…so muß jeder für sich selbst eine Lösung finden. Und vielleicht, nur vielleicht, wenn wir uns wirklich bemühen, verstehen wir auf dese Art, auf dieser Suche, unsere Mitmenschen ein wenig besser, können ein wenig mehr für sie da sein. Damit weniger Angst uns beherrscht…

Gute Nacht…


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Voice of the Night

4 monster.senf 23.06.07 - 23:48 von yana

“Mögest du in interessanten Zeiten leben”, so lautet ein chinesischer Fluch. Ein Fluch? Ja. Ein Fluch. Kein Segenswunsch.
Zuerst mag man ja geneigt sein zu sagen “hey, interessant ist gut”. Und manchmal, wenn der Alltag schier endlos und öde erscheint, dann scheint es auch so zu sein. Man sehnt sich nach Veränderung, die oft nicht zu kommen scheint. Doch die Kehrseite ist: interessant ist auch unsicher.
Sicherheit, dieses Wort geistert momentan durch die Medien. Wie kann, wie soll, wie darf der Staat für seine Bürger sicherer gemacht werden, wo liegt die (vermeintliche?) Bedrohung, wie kann man ihr vorbeugen, wie sie abwenden, wie einen eventuellen Schaden minimieren. Viele schlaue und nicht so schlaue Menschen haben in den letzten Monaten und Jahren ihren mehr oder weniger geistreichen Senf zu abgegeben. Worauf ich hinauswill: langweilig, Alltag, ist auch ein Stück Unsicherheit. An jedem neuen Tag kann etwas passieren. Manches kann, manches soll eintreten, manches hätte man nicht so gerne. Wie Menschen damit umgehen, ist unterschiedlich. Manche beten, manche schließen Versicherungen ab, manche halten strenge Routine wie eine strikte Diät ein…
Doch wo bleiben die Träume? Heute hatte ich ein Gespräch, da hat mir eine langjährige Freundin erzählt, sie hätte ihr Leben gern ruhig, beschaulich, langweilig…sicher. Soweit nichts einzuwenden. Aber. Wo bleiben die Träume? Ist nicht jeder der Held seiner eigenen Träume(ich weigere mich jetzt einfach, zig Buchstaben in zig Klammern zu setzen, damit sich auch jede(r) angesprochen fühlt, so emanzipiert bin ich, daß ich mir diesen Schnickschnack weitgehend spare. Aber zurück zum Thema. )? So sollte es sein. Dachte ich. Ich dachte, so denkt jeder. Falsch gedacht. Diese Freundin, von der ich dachte, ich kenne sie so gut, die mir immer viel couragierter vorkam als ich selbst es bin, diese Freundin erzählte mir, auch ihre Träume sollten bitte ruhig, überschaubar sein, unpersönlich, so kam es mir aus ihrer Schilderung vor, wie ein Roman, an dem sie als Beobachter teilnimmt und nicht selbst agieren muß.
Hatte ich schon erwähnt, daß ich schockiert war? Daß es Menschen gibt, denen es immer schwerer fällt, an Träumen festzuhalten, ja, das wußte ich, das geht mir oft genauso. Aber “die Gedanken sind frei”, ich dachte, das gilt auch für Träume. Daß es Menschen geben kann, die sich nicht einmal erlauben, in ihren Träumen frei zu sein, mutig…
Kann man sich so weit von sich selbst zurückziehen, sich so weit vor sich selbst verstecken? Offensichtlich kann man das. Sollte man? Ich denke nein.

Haltet an euren Träumen fest, so ihr noch welche habt, seid keine bloßen Beobachter eurer eigenen Wünsche und Sehnsüchte, verschließt euch nicht vor euch selbst, seid ehrlich zu euch selbst!

Gute Nacht…


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