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Voice of the Night

4 monster.senf 23.06.07 - 23:48 von yana

“Mögest du in interessanten Zeiten leben”, so lautet ein chinesischer Fluch. Ein Fluch? Ja. Ein Fluch. Kein Segenswunsch.
Zuerst mag man ja geneigt sein zu sagen “hey, interessant ist gut”. Und manchmal, wenn der Alltag schier endlos und öde erscheint, dann scheint es auch so zu sein. Man sehnt sich nach Veränderung, die oft nicht zu kommen scheint. Doch die Kehrseite ist: interessant ist auch unsicher.
Sicherheit, dieses Wort geistert momentan durch die Medien. Wie kann, wie soll, wie darf der Staat für seine Bürger sicherer gemacht werden, wo liegt die (vermeintliche?) Bedrohung, wie kann man ihr vorbeugen, wie sie abwenden, wie einen eventuellen Schaden minimieren. Viele schlaue und nicht so schlaue Menschen haben in den letzten Monaten und Jahren ihren mehr oder weniger geistreichen Senf zu abgegeben. Worauf ich hinauswill: langweilig, Alltag, ist auch ein Stück Unsicherheit. An jedem neuen Tag kann etwas passieren. Manches kann, manches soll eintreten, manches hätte man nicht so gerne. Wie Menschen damit umgehen, ist unterschiedlich. Manche beten, manche schließen Versicherungen ab, manche halten strenge Routine wie eine strikte Diät ein…
Doch wo bleiben die Träume? Heute hatte ich ein Gespräch, da hat mir eine langjährige Freundin erzählt, sie hätte ihr Leben gern ruhig, beschaulich, langweilig…sicher. Soweit nichts einzuwenden. Aber. Wo bleiben die Träume? Ist nicht jeder der Held seiner eigenen Träume(ich weigere mich jetzt einfach, zig Buchstaben in zig Klammern zu setzen, damit sich auch jede(r) angesprochen fühlt, so emanzipiert bin ich, daß ich mir diesen Schnickschnack weitgehend spare. Aber zurück zum Thema. )? So sollte es sein. Dachte ich. Ich dachte, so denkt jeder. Falsch gedacht. Diese Freundin, von der ich dachte, ich kenne sie so gut, die mir immer viel couragierter vorkam als ich selbst es bin, diese Freundin erzählte mir, auch ihre Träume sollten bitte ruhig, überschaubar sein, unpersönlich, so kam es mir aus ihrer Schilderung vor, wie ein Roman, an dem sie als Beobachter teilnimmt und nicht selbst agieren muß.
Hatte ich schon erwähnt, daß ich schockiert war? Daß es Menschen gibt, denen es immer schwerer fällt, an Träumen festzuhalten, ja, das wußte ich, das geht mir oft genauso. Aber “die Gedanken sind frei”, ich dachte, das gilt auch für Träume. Daß es Menschen geben kann, die sich nicht einmal erlauben, in ihren Träumen frei zu sein, mutig…
Kann man sich so weit von sich selbst zurückziehen, sich so weit vor sich selbst verstecken? Offensichtlich kann man das. Sollte man? Ich denke nein.

Haltet an euren Träumen fest, so ihr noch welche habt, seid keine bloßen Beobachter eurer eigenen Wünsche und Sehnsüchte, verschließt euch nicht vor euch selbst, seid ehrlich zu euch selbst!

Gute Nacht…


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Ein Wintermärchen…

monster.senf abgeben 09.02.07 - 08:03 von yana

…ist wahr geworden. Schon seit Tagen sind sämtliche Bäume und Sträucher traumhaft überreift, seit gestern abend liegen einige Zentimeter Schnee. Weihnachtsgefühle kommen auf. Zumindest, wenn man die erfrorenen Krokusse und Weidenkätzchen in den Vorgärten ignoriert und vergißt, daß der Nikolaus schon vor über zwei Monaten kam. Zumindest ein Gutes hat es: die globale Erderwärmung scheint hier und heute ausgesetzt.

Zuerst war Herbst, dann Frühling, dann Winter, dann wieder Herbst und jetzt wieder Winter. Die himmlische Software scheint durcheinander…was kommt wohl als nächstes?


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Pisa, Pisa,…

monster.senf abgeben 05.11.06 - 12:21 von yana

…und kein Ende. Deutschland, Land der Dichter und Denker-das war einmal. Nachdem es nun seit Jahren eine international bekannte Tatsache ist, daß Deutschlands Köpfe längst, dank mangelnder Schulbildung, nicht mehr die hellsten sind, sollte man meinen, auch dem sparsamsten Politiker wäre vielleicht ein Licht aufgegangen. Nun ja, es tut sich auch was. Es wird gespart. So ein kleines kuscheliges Bundesland an der Weser spart besonders gern. Was stört schon ein letzter Platz in Sachen Bildung? Gespart muß werden. Und so hat ein Hausmeister, der vor einem Jahr noch eine einzige kleine Grundschule zu betreuen hatte, jetzt ganze drei Schulen auf einmal zu betreuen, und die liegen übers Stadtgebiet verteilt. Logisch, auch ein noch so guter Hausmeister(und glaubt mir, das war er nie), kann sich nicht dreiteilen. Hatte die Schulleitung also eine Idee, um diesem Notstand abzuhelfen. Kommen an dieser Schule also jetzt jeden Morgen die Lehrer eine halbe Stunde früher, stürzen sie sich fröhlich ins Getümmel, angeführt vom Rektor, um den anvertrauten Kindern einen sauberen und sicheren Schulhof zu verschaffen? Aber nicht doch, weit gefehlt. Wo leben wir denn??? Nein, statt dessen wurde ein Plan erdacht, nach dem die Schüler nun abwechselnd klassenweise, natürlich während der Unterrichtszeit, den Schulhof in Eigenregie säubern müssen. Unterrichtsausfall? Aber, aber, wer wird denn so pingelig sein? Verletzungsgefahr, da Glasscherben nicht mehr mit den guten alten Greifern am Stock, sondern mit simplen Gummihandschuhen aufgesammelt werden? Nicht doch, die lieben Kleinen werden schon achtgeben…

Armes Deutschland…


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Berufsberatung…

1 monster.senf 28.09.06 - 11:39 von yana

…ist heutzutage auch nicht mehr das, was sie mal war. Wie sonst könnte es wohl passieren, daß das junge Bürschchen, das soeben an meiner Tür erschien, um mir ein Einschreiben auszuhändigen, statt jeder Begrüßung nur panisch schrie”Der Hund! Ich bin schon dreimal von so einem Köter gebissen worden!”

Nun, es ist doch eine allgemein bekannte Tatsache, daß Postboten nun mal von Hunden gebissen werden. Was regt der sich so auf? Das wissen Postboten seit hunderten von Jahren. Und junge Bürschchen frisch von der Schule, die so herrlich panisch quieken und vor lauter Angst nicht mal mehr einen Stift für die erforderliche Unterschrift finden, sind doch mal ein besonderer Leckerbissen zum Frühstück. Mein Köti kriegte jedenfalls kaum noch das Grinsen aus dem Gesicht…zumal ich auf dem Weg nach drinnen, um einen Kugelschreiber zu besorgen, mit voller Absicht die Tür offen stehen gelassen hatte. Jetzt jedenfalls ist der Blutdruck des armen Postbötchens nicht mehr im Keller, seine Portion Adrenalin hat er gehabt(ist ja schließlich kalt heute, jetzt friert er bestimmt nicht mehr). Dabei hat er den Hund nicht mal zu sehen gekriegt, nur gehört. Man sollte wirklich über die Anschaffung einer Klingel mit Hundebell-Ton nachdenken…


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Bei einer Arge…

monster.senf abgeben 05.09.06 - 11:34 von yana

…beschäftigt eine einzige Bedarfsgemeinschaft schon mal locker zwischen 10 und 15 verschiedenen Mitarbeitern, das macht im Schnitt zwei bis drei Mitarbeiter einer Arge, deren Arbeitsplatz durch einen einzigen Arbeitslosen gesichert sind. Kein Wunder, daß zwischen besagten Mitarbeitern keine Kommunikation stattfindet und keine wirklichen Anstrengungen unternommen werden, Arbeitsplätze zu vermitteln. Unzählige Jobs wären dadurch gefährdet…


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Der Montagabend gehört den Dicken

5 monster.senf 29.08.06 - 11:27 von yana

Hach, Montagabend, Wochenanfang, garantiert nichts im TV. Oder? Ein Sender ganz besonders hat diesen Abend endlich und endgültig den Dicken gewidmet. Oder gibt es dafür jetzt auch ein politisch korrektes Wort? Egal. Es sind Dicke. Schon Marius Müller-Westernhagen wußte”ich bin froh, daß ich kein Dicker bin”. Aber Dicke sind jetzt eben doch froh, dick zu sein. Ganze drei Stunden der besten Sendezeit am Montagabend gehören jetzt ganz ihnen. Das ist doch toll. Anfangen tut es mit armen Schweinen, die rigoros des Inhalts ihres Kühlschranks beraubt werden. Cola ist schlecht, Milchkaffee ist schlecht, weißes Mehl ist schlecht, Schokolade ist schlecht, sogar fettarmer Joghurt ist schlecht, Ketchup ist schlecht, alles ist schlecht. Alles, was schmeckt, jedenfalls. Kurz vor dem Nervenzusammenbruch dann die gute Nachricht: sie dürfen weiter atmen, sogar weiteressen. Allerdings nur diese komischen Lebensmittel vom Gemüsestand, von denen sie meistens die Namen gar nicht wissen und die sie bis dahin deshalb immer standhaft ignoriert hatten. Aber damit ist jetzt Schluß! Karnickelfraß soll es nun für etliche Wochen nur noch geben. Den dafür aber in rauhen Mengen. Wenigstens etwas. Und wenn die Dürre mit der Kamera im Gefolge weg ist, kann man ja schnell einen Ausflug in die Pommesbude machen. Nur, um einen Salat zu essen, natürlich…

Ach ja, Couch ist auch böse. Fernsehen selbstverständlich auch. Sport treiben soll man stattdessen. Schließlich will jeder sehen, wie sich diese Kolosse in enge Trikots zwängen und schon nach zwei Minuten so absolut verschwitzt und lächerlich aussehen…

Weiter geht es dann(nach einer angeblichen Erfolgsmeldung des armen Menschen, der da gequält wurde und gaaanz viel abgenommen hat, die ungefähr vierzig Kilo Übergewicht, die jetzt noch da sind, fallen doch kaum auf, oder?) mit einem ganz neuen Erfolgsrezept des Senders. Eltern mit dicken Kindern(hey, wer mag dicke Kinder nicht?) werden mit einer Computersimulation konfrontiert, die besagte Kinder im Alter von vierzig Jahren zeigt, wie sie dann aussehen, falls der momentane Lebensstil beibehalten wird. Also “Die Nacht der lebenden Toten” hat weniger grausige Bilder zu bieten! Prompt brechen denn auch die Eltern weinend zusammen, geloben Besserung, wollen alles tun, damit ihnen diese Horrorvision erspart bleibt. Seltsam, besitzen diese Eltern keinen Spiegel…??? Dann müßte ihnen doch eigentlich schon längst ein Licht aufgegangen sein? Jedenfalls tritt dann wieder eine dürre Ernährungsdomina auf den Plan, stellt Regeln auf, die das Fazit der letzten Sendung wiederholen: anderes Essen, mehr Bewegung, weniger TV. Hm, grübel, grübel, denk…wenn also Dicke weniger TV glotzen sollen, wie kommen sie dann in den Genuß dieser hilfreichen Ratschläge, die da so kiloweise ausgeschüttet werden? Egal. Jedenfalls werden die zutiefst geknickten Eltern jetzt in den nächsten Supermarkt geschickt. Denn jetzt wird gesund gekocht, kann ja so nicht weitergehn. Und so sehr auch der Vater noch mit Weisheiten glänzte wie “aber Fett ist doch wichtig in der Ernährung, sonst kann der Körper doch die Kalorien nicht abbauen”, jetzt muß er nach Plan kochen und geheimnisvolle Weiten des Supermarktes erkunden, die er vorher noch nie betreten hatte. “Tofu”, grübelt er, ratlos im Gang stehend. “Ist das nicht so eine Art Pilze? Finde ich vielleicht bei den Gewürzen. Mal fragen” Und während er noch hilflos seinen wild um sich tretenden Sohn von der Tiefkühltruhe mit den Sahnetorten wegzuzerren versucht, hat die Tochter schon hinter seinem Rücken eine Tüte Bonbons unter den Möhren im Einkaufswagen versteckt.

Ich sage euch, dieser Fernsehabend hatte es wirklich in sich. Und während ich so diesen hungernden, nach Schokolade geifernden, sich abstrampelnden dicken Menschen zusah, gezwungen, ihren Jahresvorrat an Fett oder Zucker auf den Buckel zu laden, während all die leckeren Dinge, die sie nun nie wieder würden essen dürfen, vor ihnen aufgebaut waren, lehnte ich mich gemütlich auf meinem Sofa zurück, und machte es mir mit Cordon Bleu und Pommes gemütlich, gönnte mir als Nachtisch eine Tafel Schokolade und spülte alles mit zwei Flaschen Cola runter. Irgendwie machen mich solche Sendungen immer verdammt hungrig…


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Eine große Kaufhauskette…

monster.senf abgeben 26.08.06 - 10:47 von yana

…sucht für eine Kampagne zur Verbesserung der Serviceleistung händeringend Mitarbeiter. Und was tun die Arbeitsämter? Verschicken keine Angebote, sondern Schreiben, nach denen man angeblich seine Bemühungen auf Finden eines Arbeitsplatzes nicht ausreichend dokumentiert hat. Fazit: die Mitarbeiter einer ganz bestimmten Arge lesen weder ihre Post, noch ihre Mails, noch Veränderungsmitteilungen und sind telephonisch sowieso erst nach frühestens einer Woche mit ganz viel Glück zu erreichen. Und Stellenangebote verschicken sie sowieso nicht. Bearbeiten auch keine Widersprüche, schicken keine Formulare raus. Fertige Bescheide auch nicht. Nicht mal nach mehrmaligem Nachfragen. Um dagegen zu protestieren, muß man mindestens eine Woche vorher einen Termin machen. Oft sind diese Mitarbeiter dann nicht mal zu eigenen Terminen da, für die sie Arbeitslose antraben lassen und zu diesem Zweck doch tatsächlich Einladungen verschicken.

Bei so viel Nichtstun und am Arbeitslosen sparen wundert es doch gar nicht, daß die Bundesarbeitsagentur in diesem Jahr so viel überschüssiges Geld zur Verfügung hat. Dieses nun soll dazu dienen, den Beitrag der Arbeitnehmer zur Arbeitslosenversicherung zu senken. An und für sich ja löblich. Aber irgendwie drängt sich das Bild eines inversierten Robin Hoods auf: wir nehmen es den Armen und geben es den Reichen…


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Nachtgedanken II

monster.senf abgeben 20.08.06 - 16:31 von yana

Es gibt Nächte, wenn der Vollmond scheint, die sind fast so hell wie ein bedeckter Tag, das Mondlicht verzaubert die Landschaft, Mächte zum träumen. Andere Nächte sind so dunkel, man sieht die Hand vor Augen nicht, geschweige denn etwas um einen herum, weder sich selbst noch andere. Alle Geräusche wirken verzerrt, machen Angst, man ist plötzlich wieder klein und glaubt an Monster. Nein, man glaubt nicht mehr daran, denn inzwischen weiß man, daß es sie gibt. Monster, die uns ganz offen begegnen, Monster hinter Masken, manche gar hinter einer, die uns lieb und teuer ist. In solchen Nächten möchte man verzweifeln, sie scheinen endlos zu dauern und kein Schlaf, kein Vergessen, keine Erholung will sich einstellen. Sicher, man weiß, irgendwann wird die Nacht heller, der Morgen wird kommen. Aber kurz vor dem Morgenrot ist die Nacht am kältesten und am dunkelsten…und irgendwo, tief drin, steckt da die ewige Urangst des Menschen, der Morgen wird nie mehr kommen, es wird nie mehr hell, nie mehr Licht werden…
Doch auch die längste Nacht hat irgendwann ein Ende. Die nächste kommt bestimmt. Dazwischen aber existiert das Licht…


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Nachtgedanken

monster.senf abgeben 19.08.06 - 10:18 von yana

Jede Nacht, wenn wir zum Sternenhimmel emporblicken, sehen wir Dinge, die es schon seit Millionen von Jahren oder noch länger nicht mehr gibt, die es so, wie wir sie sehen, sowieso nie da und dort gegeben hat. Und sind Wolken da, so wissen wir trotzdem, daß die Sterne da sind. Wir atmen Luft, die wir nicht sehen, wir fühlen Dinge, die wir nicht objektiv beschreiben oder mitteilen geschweige denn beweisen können. Wir sehen, hören und lesen jeden Tag Dinge, die außerhalb unseres Erfahrungsbereiches liegen. Und trotzdem glauben wir daran, nennen es Wissen und Wissenschaft. Kein Zweifel.Wieso zweifeln wir dann manchmal an uns selbst, zweifeln an der Existenz Gottes oder wollen ihn bitteschön erklärt und belegt haben? Und zwar so, daß wir ihn verstehen können…jeder von uns, so verschieden wir sind, jeder auf seine Weise.
Wir können uns selber die eigene Existenz und die eigenen Gedanken nicht erklären und wollen doch für etwas so Großes wie Gott eine einfache und Kindergartenmäßige Erklärung, klar und einfach, für jeden nachvollziehbar. Logisch? Und doch hängt für so viele so Vieles daran, so viele Fragen, so viele Kämpfe…


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Fünfjährige sollte Lehre beginnen

monster.senf abgeben 17.08.06 - 10:50 von yana

Die Eltern der fünfjährigen Denise staunten nicht schlecht, als ihnen ein Brief von der Agentur für Arbeit ins Haus flatterte mit der Aufforderung, ihre Tochter möge sich doch umgehend um einen Ausbildungsplatz kümmern. Andernfalls würde die Kindergeldzahlung eingestellt. Die Familie wandte sich sofort an die Arbeitsagentur, die den Fehler auch gleich einräumte. “Solche Pannen können leider auftreten, sind aber Einzelfälle”, entschuldigt sich Dieter Bolte von der Bremer Agentur für Arbeit. “Wenn eine Familie mehrere Kinder hat, sind die Namen bei uns im Computersystem untereinander aufgelistet. Da kann es passieren, dass man in der Zeile verrutscht und das falsche Kind angeschrieben wird.” In der Tat war das Schreiben nicht für die Fünfjährige gedacht, sondern für ihre ältere Schwester. Einen zweiten Brief, den die Arbeitsagentur daraufhin - abermals mit der Aufforderung, sich einen Ausbildungsplatz zu suchen - an die ältere Schwester schrieb, hätte sich die Agentur sparen können: Die ältere Tochter ist bereits in der Ausbildung. (Quelle)


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Reinkarnation II

4 monster.senf 20.02.06 - 10:00 von yana

…oder wirst schon als junges Pflänzchen achtlos zertreten, vom sauren Regen zerfressen, vom Dreck erstickt und langsam erwürgt und später abgeholzt, um irgendwo als Sägespäne zu enden…

Sodann mit Chemikalien versetzt, verkleistert, zu Preßspan verarbeitet, landest als Massenware beim Billigmöbeldiscount, landest beim nächstbesten H4 Empfänger, die Ecken stoßen sich ab, Risse entstehen, die Tür hängt schief, das Karnickel benutzt dich zm Wetzen der Zähne, die Katze als Klo und die Kinder zur Aggressionsverarbeitung. Nach langen Jahren der Qual kommen illegale Müllentsorgung, langsames Aufweichen im Regen, einsickern in den Boden und langsames Vergiften der Umgebung, als die Lösungsmittel freigesetzt werden…


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Ach ja…

monster.senf abgeben 28.01.06 - 12:49 von yana

…erinnert ihr Monster euch eigentlich noch an die Diskussion, ob Sozialhilfeempfängern eigentlich ein Fernsehgerät als angemessener Hausrat zustünde? Ist schon eine Weile her, damals positiv beschieden und nie aufgehoben worden, wurde also in die Richtlinien fürs Sozialgeld und/oder ALGII mit übernommen. Interessant nur, daß bei der Leistungsberechnung für ALGII zwar sowohl Aufwand für Miete und Heizkosten mitberechnet werden, nicht jedoch Aufwendungen für Strom und Wasser. Grübel, denk…sollte den Agenturen für Arbeit der technische Durchbruch gelungen sein, und sie haben allen ihren Angestellten heimlich schon Fernseh- und Haushaltsgeräte verschafft, die ohne Strom funktionieren??? Warum haben sie diese Errungenschaften dann für sich behalten und nicht weitergegeben an die, die vielleicht zwar warm(außer, wenn sie Gasheizung haben, die funktioniert ohne Strom nämlich auch nicht), aber im Dunkeln dasitzen, ohne kulturelles und weiterbildendes Fernsehprogramm???

Würde des Menschen, am A…-zumindest, solange die Klospülung noch funktioniert…


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Wundern über Pisa…

1 monster.senf 25.01.06 - 13:23 von yana

…muß man sich nun wahrlich nicht mehr. Da kommen Schüler einer dritten Klasse einer Grundschule eines Bundeslandes, das bei Pisa schon seit längerem immer den grandiosen Schlußplatz belegt, vom Mathematikunterricht schon seit Wochen komplett mit den Lösungen der Mathematikhausaufgaben nach Hause. Die sind direkt an den Zettel mit den eigentlich erst zu lösenden Aufgaben angeheftet, ablösen streng verboten, es droht Nachsitzen. Spätere Hausaufgabenbesprechung im Unterricht komplett überflüssig. Allerdings stehen nur die Lösungen auf dem Zettel, den Rechenweg zu erklären, bleibt oft genug den Eltern überlassen. Die Lehrerin für Werken nun ließ vorletzte Woche von den Kindern einen hübschen Schneemann aus Holz und Draht anfertigen, zum Jahreszeitgemäßen Aufhängen von Meisenknödeln im Garten, sind die Winter hier im Norden doch oft recht rauh. Eine Woche später allerdings kam der Rückruf, man solle die Schneemänner keinesfalls aufhängen “wegen der Vogelgrippe”. Nicht nur, daß dieser Rückruf eine Woche später nicht mehr wirklich viel brachte, wo um alles in der Welt ist in Deutschlands Norden der Zusammenhang zwischen Meisenknödeln im Januar und Vogelgrippe????? Eine Erklärung, sowohl für Schüler als auch für Eltern blieb aus. Wer kann mir helfen???


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Woran merkt man…

5 monster.senf 17.01.06 - 14:09 von yana

…daß man alt geworden ist? Wenn man beim morgendlichen Blick in den Spiegel “Happy Halloween” brüllt und erst beim Blick auf den Kalender bemerkt, daß es eigentlich schon auf Ostern zugeht…


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Letztens in der Post…

monster.senf abgeben 13.01.06 - 18:18 von yana

hatte sie einen Brief vom Arbeitsamt gefunden. Klein und unscheinbar und völlig überraschend. Schließlich lebte sie zwar in einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft, war aber selbst gar nicht arbeitslos gemeldet und hatte auch sonst immer brav alles abgegeben, was gefordert worden war, der gültige Bescheid lag auf ihrem Schreibtisch. Aufklärung konnte auch das Schreiben selbst nicht bieten, das anfing mit:”Sehr geehrte Frau Y, bringen Sie bitte den Anmeldebogen ausgefüllt mit.” Fragen über Fragen taten sich auf. Wann? Wohin? Zu wem? Warum? Ameldung wozu? Doch keine dieser Fragen wurde in diesem Brief beantwortet. Lediglich ein Datum wurde genannt, kein Name, keine Zimmernummer, keine Unterschrift, nur eine vage Zeitangabe(8-18Uhr) und zwei Seiten voller Drohungen, was passieren könnte, käme sie dieser Einladung nicht nach, dazu tatsächlich ein Anmeldebogen mit Fragen zu Familienstand, Anzahl und Alter der Kinder(das hatte sie doch alles längst angegeben?), Fragen zu Berufsausbildung und Sprachkenntnissen(einschließlich Muttersprache nur zwei Zeilen zur Verfügung, sehr witzig)(ob die das verstanden, wenn sie bei Lesefähigkeit in Latein “sehr gut” angab? Schließlich liest sowas JEDER einfach so vom Blatt…wahrscheinlich nicht, aber sie gabs trotzdem an) und letztlich noch ein unscheinbarer Abschnitt in dem man ankreuzen sollte, ob der Termin auf Einladung des Sozialzentrums her wahrgenommen werde-sehr witzig, war das Schreiben doch von ganz anderer Seite abgeschickt worden) und bei “gewünschter Tätigkeit” gab es die Auswahl zwischen “Teilzeit” und “Vollzeit”, ankreuzbar. Verzweifelt drehte und wendete sie das Blatt, suchte nach einer dritten Möglichkeit, aber irgendwie ließ sich die nicht auffinden. So beschloß sie denn, daß weniger manchmal mehr ist und ließ das entsprechende Feld einfach leer. Sollte sich ein anderer damit abplagen…

Am entsprechenden Tag nun erschien sie also brav an gewünschter Stelle im Anmeldebereich. Schon beim erreichen desselben machte sich leichte Panik breit, die Warteschlange war endlos, sämtliche Stühle im “nehmen Sie noch einen kurzen Moment im Wartebereich Platz” besetzt. Mitarbeiter der Dienststelle riefen Menschen aus diesem Bereich in etwa zwanzigminütigem Kaffeepausenabstand nach hinten in die Besprechungsräumlichkeiten einzeln auf, der ganze Raum füllte sich schneller, als er sich leerte, es roch nach Hoffnungslosigkeit, Gleichgültigkeit, Desinteresse. Begrüßt wurde man nicht etwa von einem Menschen, nein, von mehreren Schildern, die übergroß die wartende Menge anschrieen: “Donnerstags ab 13 Uhr NUR für berufstätige”. Sehr witzig das. Hatte es in ihrer ganz persönlcihen Einladung nicht geheißen, sie solle sich zwischen 8 und 18 Uhr melden??? Doch, hatte es. Diese Kleinigkeit hatte man wohl zu erwähnen vergessen…ein schneller Blick in die Runde ließ sie außerdem stark erahnen, daß die derzeitige Klientel erstens nicht in besagte Zielgruppe gehörte und zweitens nie und nimmer bis 13 Uhr abgefertigt(oh ja, nur so konnte man es nennen) sein würde.

Tatsächlcih geschah das, was sie schon gar nicht mehr zu hoffen gewagt hatte, nach etwas über zwanzig Minuten schon war sie…oh nein, nicht in einem der berüchtigen Diensträume, sie war bis zum Schreibtisch an der Anmeldung vorgerückt. Dort saß nun ein Mensch, der schon zu dieser frühen Stunde sichtlich ermüdet schien. Kunststück, hatte er doch keinen eigenen Raum, in dem er auch mal unauffällig eine Kaffeepause hätte einschieben können. Freundlich begrüßte er den Monitor seines Computers:”Guten Morgen”, dann abwartende Stille. Als der Monitor tatsächlich nicht antwortete, bekam diesmal zur Belohnung nach einer Schweigeminute Frau Y einen Blick. “Ich habe da von Ihnen ein Schreiben bekommen”, versuchte sie das Eis zu brechen. Der Mann nahm das Schreiben, las es, schaute Frau Y ratlos an. “Ist das Ihre Tochter?”"Äh…nein, das bin ich” “Sollten da noch fehlende Unterlagen nachgereicht werden?” “Äh…nicht, daß ich wüßte, der aktuelle Bewilligungsbescheid ist hier.” Das Gesicht des Menschen hinterm Schreibtisch zu beschreiben war in diesem Moment ziemlich einfach, es bestand aus lauter Fragezeichen. Er drehte und wendete sämtliche Seiten des Anschreibens samt des berüchtigten Anmeldebogens mehrmals hin und her, tipperte irgendwelche Sachen in seinen Computer ein, alles was fehlte, was die Frage, warum denn bitteschön Frau Y bei ihm sei, was er getan hatte, um das zu verdienen, warum sie seine wertvolle Zeit vergeude, schließlich wurde die Warteschlange hinter ihr nicht kürzer. Mit Mühe schluckte er all diese Bemerkungen herunter, es fiel ihm schwer, soviel war offensichtlich. “Ich gehe dann mal jemanden fragen”, sprachs und verschwand. Nach kurzer Zeit, hatte für eine halbe Packung Magentabletten, heruntergespült mit einer halben Tasse irgendeines Getränks gereicht, kam er wieder an seinen Platz, kritzelte noch etwas auf dem Bogen herum, suchte nochmals verzweifelt nach irgendeiner Identifizierung darauf(irgendwen MUSSTE er doch dafür verantwortlich machen können?) fand keine und verabschiedete sich kopfschüttelnd aber einigermaßen freundlich von Frau Y. Die fiel nach zwei Metern allerdings schwerverletzt um, als sich ungefähr zweihundert tödlich unfreundliche Blicke in ihren Rücken bohrten, als sie sich statt, wie alle anderen, leidgeprüften Blickes “kurz in den Wartebereich” zu begeben, unverschämterweise Richtung Ausgang strebte. Erst später sollte sie die Gelegenheit erhalten, ausgiebig über die Verschwendung von 4,10Euro Fahrgeld und zwei unwiderbringlichen Stunden ihres kostbaren Lebens zu trauern…


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Die Farbe meiner Aura…

02.01.06 - 12:27 von yana

…damit ihr auch wißt, mit wem ihr es zu tun habt *lach*

Wir benötigen kein Medium, um feststellen zu können, dass Ihre Aurafarbe kristall ist.

Diese schimmernde Aura bringt Ihre sensible und introvertierte Natur zum Vorschein. Als wahrer Romantiker stellen Sie sich das Leben vor wie ein Märchen mit einem Happyend. Wenn Sie manchmal Ihre rosarote Brille verlegt haben, kann dies Ihrem Idealismus schweren Schaden zufügen. Das ist dann häufig ein Zeitpunk, an dem Sie sich in Ihr Inneres zurückziehen, um Ihre allzu fragile Lebenseinstellung wieder in Ordnung zu bringen. Aufgrund Ihrer sensiblen Art bevorzugen Sie Menschen, die vom gleichen Schlag sind wie Sie und beschäftigen sich mit Dingen, die zu Ihnen passen, beruflich ebenso wie privat. Doch sobald Sie eine verwandte Seele gefunden haben, sind Sie in besonderem Maße loyal und ein lebenslanger Freund. Sie sind eine sehr nachdenkliche Seele. Ihre Liebenswürdigkeit begleitet sich wie ein Lichtschein.


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