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Nachtgedanken

monster.senf abgeben 19.08.06 - 10:18 von yana

Jede Nacht, wenn wir zum Sternenhimmel emporblicken, sehen wir Dinge, die es schon seit Millionen von Jahren oder noch länger nicht mehr gibt, die es so, wie wir sie sehen, sowieso nie da und dort gegeben hat. Und sind Wolken da, so wissen wir trotzdem, daß die Sterne da sind. Wir atmen Luft, die wir nicht sehen, wir fühlen Dinge, die wir nicht objektiv beschreiben oder mitteilen geschweige denn beweisen können. Wir sehen, hören und lesen jeden Tag Dinge, die außerhalb unseres Erfahrungsbereiches liegen. Und trotzdem glauben wir daran, nennen es Wissen und Wissenschaft. Kein Zweifel.Wieso zweifeln wir dann manchmal an uns selbst, zweifeln an der Existenz Gottes oder wollen ihn bitteschön erklärt und belegt haben? Und zwar so, daß wir ihn verstehen können…jeder von uns, so verschieden wir sind, jeder auf seine Weise.
Wir können uns selber die eigene Existenz und die eigenen Gedanken nicht erklären und wollen doch für etwas so Großes wie Gott eine einfache und Kindergartenmäßige Erklärung, klar und einfach, für jeden nachvollziehbar. Logisch? Und doch hängt für so viele so Vieles daran, so viele Fragen, so viele Kämpfe…


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Fünfjährige sollte Lehre beginnen

monster.senf abgeben 17.08.06 - 10:50 von yana

Die Eltern der fünfjährigen Denise staunten nicht schlecht, als ihnen ein Brief von der Agentur für Arbeit ins Haus flatterte mit der Aufforderung, ihre Tochter möge sich doch umgehend um einen Ausbildungsplatz kümmern. Andernfalls würde die Kindergeldzahlung eingestellt. Die Familie wandte sich sofort an die Arbeitsagentur, die den Fehler auch gleich einräumte. “Solche Pannen können leider auftreten, sind aber Einzelfälle”, entschuldigt sich Dieter Bolte von der Bremer Agentur für Arbeit. “Wenn eine Familie mehrere Kinder hat, sind die Namen bei uns im Computersystem untereinander aufgelistet. Da kann es passieren, dass man in der Zeile verrutscht und das falsche Kind angeschrieben wird.” In der Tat war das Schreiben nicht für die Fünfjährige gedacht, sondern für ihre ältere Schwester. Einen zweiten Brief, den die Arbeitsagentur daraufhin - abermals mit der Aufforderung, sich einen Ausbildungsplatz zu suchen - an die ältere Schwester schrieb, hätte sich die Agentur sparen können: Die ältere Tochter ist bereits in der Ausbildung. (Quelle)


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Reinkarnation II

4 monster.senf 20.02.06 - 10:00 von yana

…oder wirst schon als junges Pflänzchen achtlos zertreten, vom sauren Regen zerfressen, vom Dreck erstickt und langsam erwürgt und später abgeholzt, um irgendwo als Sägespäne zu enden…

Sodann mit Chemikalien versetzt, verkleistert, zu Preßspan verarbeitet, landest als Massenware beim Billigmöbeldiscount, landest beim nächstbesten H4 Empfänger, die Ecken stoßen sich ab, Risse entstehen, die Tür hängt schief, das Karnickel benutzt dich zm Wetzen der Zähne, die Katze als Klo und die Kinder zur Aggressionsverarbeitung. Nach langen Jahren der Qual kommen illegale Müllentsorgung, langsames Aufweichen im Regen, einsickern in den Boden und langsames Vergiften der Umgebung, als die Lösungsmittel freigesetzt werden…


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Ach ja…

monster.senf abgeben 28.01.06 - 12:49 von yana

…erinnert ihr Monster euch eigentlich noch an die Diskussion, ob Sozialhilfeempfängern eigentlich ein Fernsehgerät als angemessener Hausrat zustünde? Ist schon eine Weile her, damals positiv beschieden und nie aufgehoben worden, wurde also in die Richtlinien fürs Sozialgeld und/oder ALGII mit übernommen. Interessant nur, daß bei der Leistungsberechnung für ALGII zwar sowohl Aufwand für Miete und Heizkosten mitberechnet werden, nicht jedoch Aufwendungen für Strom und Wasser. Grübel, denk…sollte den Agenturen für Arbeit der technische Durchbruch gelungen sein, und sie haben allen ihren Angestellten heimlich schon Fernseh- und Haushaltsgeräte verschafft, die ohne Strom funktionieren??? Warum haben sie diese Errungenschaften dann für sich behalten und nicht weitergegeben an die, die vielleicht zwar warm(außer, wenn sie Gasheizung haben, die funktioniert ohne Strom nämlich auch nicht), aber im Dunkeln dasitzen, ohne kulturelles und weiterbildendes Fernsehprogramm???

Würde des Menschen, am A…-zumindest, solange die Klospülung noch funktioniert…


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Wundern über Pisa…

1 monster.senf 25.01.06 - 13:23 von yana

…muß man sich nun wahrlich nicht mehr. Da kommen Schüler einer dritten Klasse einer Grundschule eines Bundeslandes, das bei Pisa schon seit längerem immer den grandiosen Schlußplatz belegt, vom Mathematikunterricht schon seit Wochen komplett mit den Lösungen der Mathematikhausaufgaben nach Hause. Die sind direkt an den Zettel mit den eigentlich erst zu lösenden Aufgaben angeheftet, ablösen streng verboten, es droht Nachsitzen. Spätere Hausaufgabenbesprechung im Unterricht komplett überflüssig. Allerdings stehen nur die Lösungen auf dem Zettel, den Rechenweg zu erklären, bleibt oft genug den Eltern überlassen. Die Lehrerin für Werken nun ließ vorletzte Woche von den Kindern einen hübschen Schneemann aus Holz und Draht anfertigen, zum Jahreszeitgemäßen Aufhängen von Meisenknödeln im Garten, sind die Winter hier im Norden doch oft recht rauh. Eine Woche später allerdings kam der Rückruf, man solle die Schneemänner keinesfalls aufhängen “wegen der Vogelgrippe”. Nicht nur, daß dieser Rückruf eine Woche später nicht mehr wirklich viel brachte, wo um alles in der Welt ist in Deutschlands Norden der Zusammenhang zwischen Meisenknödeln im Januar und Vogelgrippe????? Eine Erklärung, sowohl für Schüler als auch für Eltern blieb aus. Wer kann mir helfen???


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Woran merkt man…

5 monster.senf 17.01.06 - 14:09 von yana

…daß man alt geworden ist? Wenn man beim morgendlichen Blick in den Spiegel “Happy Halloween” brüllt und erst beim Blick auf den Kalender bemerkt, daß es eigentlich schon auf Ostern zugeht…


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Letztens in der Post…

monster.senf abgeben 13.01.06 - 18:18 von yana

hatte sie einen Brief vom Arbeitsamt gefunden. Klein und unscheinbar und völlig überraschend. Schließlich lebte sie zwar in einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft, war aber selbst gar nicht arbeitslos gemeldet und hatte auch sonst immer brav alles abgegeben, was gefordert worden war, der gültige Bescheid lag auf ihrem Schreibtisch. Aufklärung konnte auch das Schreiben selbst nicht bieten, das anfing mit:”Sehr geehrte Frau Y, bringen Sie bitte den Anmeldebogen ausgefüllt mit.” Fragen über Fragen taten sich auf. Wann? Wohin? Zu wem? Warum? Ameldung wozu? Doch keine dieser Fragen wurde in diesem Brief beantwortet. Lediglich ein Datum wurde genannt, kein Name, keine Zimmernummer, keine Unterschrift, nur eine vage Zeitangabe(8-18Uhr) und zwei Seiten voller Drohungen, was passieren könnte, käme sie dieser Einladung nicht nach, dazu tatsächlich ein Anmeldebogen mit Fragen zu Familienstand, Anzahl und Alter der Kinder(das hatte sie doch alles längst angegeben?), Fragen zu Berufsausbildung und Sprachkenntnissen(einschließlich Muttersprache nur zwei Zeilen zur Verfügung, sehr witzig)(ob die das verstanden, wenn sie bei Lesefähigkeit in Latein “sehr gut” angab? Schließlich liest sowas JEDER einfach so vom Blatt…wahrscheinlich nicht, aber sie gabs trotzdem an) und letztlich noch ein unscheinbarer Abschnitt in dem man ankreuzen sollte, ob der Termin auf Einladung des Sozialzentrums her wahrgenommen werde-sehr witzig, war das Schreiben doch von ganz anderer Seite abgeschickt worden) und bei “gewünschter Tätigkeit” gab es die Auswahl zwischen “Teilzeit” und “Vollzeit”, ankreuzbar. Verzweifelt drehte und wendete sie das Blatt, suchte nach einer dritten Möglichkeit, aber irgendwie ließ sich die nicht auffinden. So beschloß sie denn, daß weniger manchmal mehr ist und ließ das entsprechende Feld einfach leer. Sollte sich ein anderer damit abplagen…

Am entsprechenden Tag nun erschien sie also brav an gewünschter Stelle im Anmeldebereich. Schon beim erreichen desselben machte sich leichte Panik breit, die Warteschlange war endlos, sämtliche Stühle im “nehmen Sie noch einen kurzen Moment im Wartebereich Platz” besetzt. Mitarbeiter der Dienststelle riefen Menschen aus diesem Bereich in etwa zwanzigminütigem Kaffeepausenabstand nach hinten in die Besprechungsräumlichkeiten einzeln auf, der ganze Raum füllte sich schneller, als er sich leerte, es roch nach Hoffnungslosigkeit, Gleichgültigkeit, Desinteresse. Begrüßt wurde man nicht etwa von einem Menschen, nein, von mehreren Schildern, die übergroß die wartende Menge anschrieen: “Donnerstags ab 13 Uhr NUR für berufstätige”. Sehr witzig das. Hatte es in ihrer ganz persönlcihen Einladung nicht geheißen, sie solle sich zwischen 8 und 18 Uhr melden??? Doch, hatte es. Diese Kleinigkeit hatte man wohl zu erwähnen vergessen…ein schneller Blick in die Runde ließ sie außerdem stark erahnen, daß die derzeitige Klientel erstens nicht in besagte Zielgruppe gehörte und zweitens nie und nimmer bis 13 Uhr abgefertigt(oh ja, nur so konnte man es nennen) sein würde.

Tatsächlcih geschah das, was sie schon gar nicht mehr zu hoffen gewagt hatte, nach etwas über zwanzig Minuten schon war sie…oh nein, nicht in einem der berüchtigen Diensträume, sie war bis zum Schreibtisch an der Anmeldung vorgerückt. Dort saß nun ein Mensch, der schon zu dieser frühen Stunde sichtlich ermüdet schien. Kunststück, hatte er doch keinen eigenen Raum, in dem er auch mal unauffällig eine Kaffeepause hätte einschieben können. Freundlich begrüßte er den Monitor seines Computers:”Guten Morgen”, dann abwartende Stille. Als der Monitor tatsächlich nicht antwortete, bekam diesmal zur Belohnung nach einer Schweigeminute Frau Y einen Blick. “Ich habe da von Ihnen ein Schreiben bekommen”, versuchte sie das Eis zu brechen. Der Mann nahm das Schreiben, las es, schaute Frau Y ratlos an. “Ist das Ihre Tochter?”"Äh…nein, das bin ich” “Sollten da noch fehlende Unterlagen nachgereicht werden?” “Äh…nicht, daß ich wüßte, der aktuelle Bewilligungsbescheid ist hier.” Das Gesicht des Menschen hinterm Schreibtisch zu beschreiben war in diesem Moment ziemlich einfach, es bestand aus lauter Fragezeichen. Er drehte und wendete sämtliche Seiten des Anschreibens samt des berüchtigten Anmeldebogens mehrmals hin und her, tipperte irgendwelche Sachen in seinen Computer ein, alles was fehlte, was die Frage, warum denn bitteschön Frau Y bei ihm sei, was er getan hatte, um das zu verdienen, warum sie seine wertvolle Zeit vergeude, schließlich wurde die Warteschlange hinter ihr nicht kürzer. Mit Mühe schluckte er all diese Bemerkungen herunter, es fiel ihm schwer, soviel war offensichtlich. “Ich gehe dann mal jemanden fragen”, sprachs und verschwand. Nach kurzer Zeit, hatte für eine halbe Packung Magentabletten, heruntergespült mit einer halben Tasse irgendeines Getränks gereicht, kam er wieder an seinen Platz, kritzelte noch etwas auf dem Bogen herum, suchte nochmals verzweifelt nach irgendeiner Identifizierung darauf(irgendwen MUSSTE er doch dafür verantwortlich machen können?) fand keine und verabschiedete sich kopfschüttelnd aber einigermaßen freundlich von Frau Y. Die fiel nach zwei Metern allerdings schwerverletzt um, als sich ungefähr zweihundert tödlich unfreundliche Blicke in ihren Rücken bohrten, als sie sich statt, wie alle anderen, leidgeprüften Blickes “kurz in den Wartebereich” zu begeben, unverschämterweise Richtung Ausgang strebte. Erst später sollte sie die Gelegenheit erhalten, ausgiebig über die Verschwendung von 4,10Euro Fahrgeld und zwei unwiderbringlichen Stunden ihres kostbaren Lebens zu trauern…


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Die Farbe meiner Aura…

02.01.06 - 12:27 von yana

…damit ihr auch wißt, mit wem ihr es zu tun habt *lach*

Wir benötigen kein Medium, um feststellen zu können, dass Ihre Aurafarbe kristall ist.

Diese schimmernde Aura bringt Ihre sensible und introvertierte Natur zum Vorschein. Als wahrer Romantiker stellen Sie sich das Leben vor wie ein Märchen mit einem Happyend. Wenn Sie manchmal Ihre rosarote Brille verlegt haben, kann dies Ihrem Idealismus schweren Schaden zufügen. Das ist dann häufig ein Zeitpunk, an dem Sie sich in Ihr Inneres zurückziehen, um Ihre allzu fragile Lebenseinstellung wieder in Ordnung zu bringen. Aufgrund Ihrer sensiblen Art bevorzugen Sie Menschen, die vom gleichen Schlag sind wie Sie und beschäftigen sich mit Dingen, die zu Ihnen passen, beruflich ebenso wie privat. Doch sobald Sie eine verwandte Seele gefunden haben, sind Sie in besonderem Maße loyal und ein lebenslanger Freund. Sie sind eine sehr nachdenkliche Seele. Ihre Liebenswürdigkeit begleitet sich wie ein Lichtschein.


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…und wieder…

monster.senf abgeben 01.01.06 - 01:29 von yana

…ist ein neues Jahr angebrochen…

Hat sich etwas geändert???

Aber die Hoffnung bleibt…


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Einstellungsgespräch…

monster.senf abgeben 15.12.05 - 16:16 von yana

…beim Tätowierer:”In meinem Beruf muß man den Leuten wehtun können. Denkst du, du kannst das?”
Ich hatte geahnt, es gibt sie noch unter uns, die Sadisten. Ganz unverhüllt dürfen sie ihr Unwesen treiben und bekommen noch Geld dafür. Legale Folter…COOL;-)


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Manche Situationen…

monster.senf abgeben 02.11.05 - 10:34 von yana

…können wir nicht ändern. Manche Situationen wollen wir nicht ändern. Manche Situationen würden wir gerne ändern, können es aber nicht. Manche Situationen könnten wir ändern, wollen es aber nicht. Manche Situationen würden wir nicht mal ändern, wenn wir es könnten. Manche Situationen könnten wir nicht mal ändern, wenn wir es wollten.
Manchmal ist das Leben einfach…


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Verzweifelt…

monster.senf abgeben 27.10.05 - 13:58 von yana

…saß sie an diesem Tag vor ihrem Computer. Der Bildschirm vor ihr war so leer wie ihre Gedanken. “Mach schon, du blöde Kiste! Wo, wo ist er, dieser geniale Text, den alle, wirklich alle lesen wollen, der Revolutionen entfacht und kleine Kinder zum einschlafen bringt, der die gelangweilte Hausfrau vom bügeln der Hemden ihres Mannes abbringt und besagten Mann die Kaffeepause im Büro stundenlang verlängern läßt? Möge er jetzt bitte erscheinen, dieser Text, der mir Weltruhm einbringen wird, der meine Namen von gänzlich unbekannt auf die Bestsellerliste katapultiert und ihn in eine Reihe stellt mit den ganz Großen!”
Doch der Bildschirm blieb leer, so lange sie auch wartete und wartete, aus dem Fenster sah, sich eine Tasse Kaffee nach der nächsten holte, mit einem Kugelschreiber auf dem Rand des Monitors herumkritzelte(eine Entscheidung, die sie spätestens dann bereuen würde, wenn ihr Mann nach Hause kam), wütend auf das Keyboard eindrosch(eine Entscheidung, die zwar Buchstaben auf dem Bildschirm erscheinen ließ, aber immer noch keinen Text in irgendeiner ihr bekannten Sprache fabrizierte).
Endlich schlief sie über ihrem Warten ein. Und, war es Traum, war es Wirklichkeit, sie vermeinte, eine Stimme zu hören…
Ärgere dich nicht, sagte diese Stimme, es wird nie einen Text geben, der wirklich alle anspricht. Schon das erste Wort der Schöpfung hat eine gehörige Kontroverse ausgelöst. Und so wird es immer sein: es wird viel mehr Wesen geben, die einen Text kritisieren, als solche, die selber einen zustande bringen. So trage du nur weiter dein kleines Teil bei, irgendwo da draußen wird jemand sein, der deinen Text liest. Alles kann und wird spätestens am Tag des Jüngsten Gerichts gegen dich verwandt werden…


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Darf ich…

monster.senf abgeben 25.10.05 - 18:05 von yana

…ganz ich selbst sein? Fragt die Werbung. Und beantwortet diese Frage gleich selbst und gleich ganz positiv, ohne mich auch nur zu fragen. Und so darf ich denn ganz ich selbst sein, solange ich eine gewisse Größe habe, eine gewisse Figur, verheiratet oder alleine, mit Kindern oder Kinderwunsch oder mittelalt und wohlhabend, ein Haus oder einen Bausparvertrag habe, einen Mittelklassewagen und mindestens einmal im Jahr in den Urlaub fahre. Wo sind die übrigen Ichs, die auch ganz ich selbst sein dürfen? Und würden die das überhaupt wollen, so sein zu dürfen wie ich? Ich wäre ja auch nicht ich, wenn ich nicht auch ein du und ein sie und ein wir und ein ihr und ein sie wäre, dürfen die auch alle ich sein? Ich denke, also bin ich, sagt der Philosoph, aber wie viele ich wollen, oder sein wir ehrlich, können das gar nicht, würden es nicht mal tun, wenn es ihnen erlaubt wäre. Dürfen solche Menschen dann auch ich sein? Will ich das eigentlich???
Ich bin verwirrt…


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Was tun…

monster.senf abgeben 24.10.05 - 18:38 von yana

…wenn das Licht am Ende des Tunnels bloß ein entgegenkommender Zug ist, fragte Y sich, als sie sich wie immer schlaflos auf ihrem Kissen wälzte…und natürlich hatte sie auch sofort die Lösung parat. Flugs zog sie ihren Dimensionsverzerrer aus der Tasche und versetzte sich in ein anderes Universum, wohin ihr, wie sie wußte, dieser Zug niemals würde folgen können. Die letzten Reste ihres schadenfrohen Gelächters verklangen nach und nach in dem Schwarzen Loch, das sie erbarmungslos Molekül für Molekül zerfaserte und verschlang…


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Feiertage…

monster.senf abgeben 03.10.05 - 12:01 von yana

…erst ein Erntedanktag, dann ein Tag der Deutschen Einheit, geballt und hintereinandergepappt. Hm. Wer dankt heute noch für die Ernte? Die Bauern? Die machen sich Gedanken darum, ob sie das Zeug auch verkauft kriegen und ob sie dann davon leben können. Von dem Erlös wohlgemerkt, wer lebt heute in einem zivilisierten Staat schon noch von der Ernte. Schließlich gibts alles im Supermarkt um die Ecke fertig veredelt und preiswerter. Und in viel größerer Auswahl. Und wer kann bei den ganzen Richtlinien schon von den Erträgen der Felder leben. Dazu braucht es Subventionen. Und die sind umso höher, je weniger man dafür tut und das Zeug einfach mal in Ruhe so wachsen läßt, wie die Natur es vorgesehen hat. Also, wer denkt schon daran, für eine Ernte zu danken? Wirklich dankbar zu sein? Ich wüßte da niemanden. Sicher, essen wollen wir alle, aber wir wollen auch Autos, Häuser Reisen und jede Menge Multimedia. Nahrung ist für uns so selbstverständlich geworden, daß wir uns schon keine Gedanken mehr darüber machen. Bis wir vielleicht arbeitslos werden und feststellen, daß der Sozialstaat so sozial gar nicht (mehr) ist und wir uns tatsächlich Gedanken darüber machen müssen, was wir für unsere tägliche Nahrung ausgeben können. Aber auch dann wollen wir eigentlich Autos, Häuser, Reisen und Multimedia. Umso mehr, als wir es uns noch viel weniger leisten können als vorher. Und die Deutsche Einheit? Wer will die schon? Wer wollte die jemals? Nichts ist langweiliger als Politische Neuigkeiten von gestern. Oder gar vorgestern. Kalter Kaffee. Bestenfalls. Schließlich leben wir heute. Und heute wollen wir…aber das wissen Sie ja nun schon zur Genüge. Auch Sie, die sie damals oder so vereinheitlicht wurden.


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weniger witzig ist…

monster.senf abgeben 27.09.05 - 10:50 von yana

…wenn eine EC Karte trotz Kontodeckung eingezogen wird, ein Telephonanruf das Versprechen auf eine bloße Servicecard bringt, die dann etwa eine Woche apäter tatsächlich eintrifft-und sich wiederum als EC Karte entpuppt…


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