10.11.08 - 11:35
von praktikant
Ich hatte ja schon mal vor meinem ganz persönlichen Behörden-Hickhack berichtet.
Glücklicherweise habe ich dann am Freitag Nachmittag den Originalwisch bekommen. Heute an diesem schönen Montag hab ich mich dazu hinreißen lassen, das Ding doch noch abzugeben. Geht ja morgen los mit dem Praktikum und lass mal irgendwas wieder verquer kommen, dann kann ich mir mein Fahrgeld in die Haare schmieren.
Ich bin also gleich frühs hin und … hatte ganz Vergessen, wie die Schlange am Montagmorgen vor der ARGE wohl aussieht! Nur um was abzugeben, da anstellen? Vergiss es!
Also lieber gleich direkt und unbürokratisch zur Sachbearbeiterin. Rein, Fahrstuhl hoch, rechts rum, leeres Zimmer, Super! Dann höre ich so von hinten meine übergewichtige Sachbearbeiterin: “Herr Praktikant?” (Name v.d. Red. geänd.) Selbige nahm dann mit großer Freunde das Original entgegen. Ihr wisst ja, ich habe dort Seltenheitsgrad! 
Das Praktikum kann kommen!
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Tags: ARGE, Fahrgeld, Montag, Praktikum, Sachbearbeiterin, Schlange
08.11.08 - 11:29
von lord.daywalker
Als ich diese Geschichte, die mir eine liebe Freundin geschickt hat, gelesen hatte, dachte ich mir: “Das kann doch nicht sein!” und war fassungslos, als ich auf Nachfrage hörte, dass es sich ganz genauso abspielt und die Gefahr besteht, dass in Deutschland, einem Land, das erklärtermaßen die Familie fördern will, eine 6köpfige Familie trotz geregelter Arbeit und jeglicher Anstrengung, die gemacht werden kann, zu Beginn des neuen Jahres obdachlos sein könnte 
Sollte jemand von Euch irgendeinen Tipp oder dergleichen haben, dann schreibt der Redaktion - ich werde diese Mails entsprechend weiter leiten.
Peter Mustermann ist Familienvater. Da sein Verdienst nicht ausreicht, bekommen er und seine Familie ergänzendes ALGII.
Als er eines Tages eine neue Sachbearbeiterin bekommt, bekommt Peter Mustermann ein Problem: da er nach gearbeiteter Stundenzahl bezahlt wird, schwankt sein Verdienst. Die neue Sachbearbeiterin besteht nun darauf, die ergänzenden Zahlungen erst anzuweisen, wenn der Gehaltsnachweis des jeweiligen Monats bei ihr eingegangen ist. Da es den aber vom Arbeitgeber Peter Mustermanns immer erst um die Mitte des Monats herum gibt, bekommt Peter Mustermanns Vermieter die Miete nunmehr erst immer gegen Ende des Monats überwiesen.
Gleichzeitig erhält Frau Mustermann wegen eines angeblichen Meldeversäumnisses eine 100%ige Sanktion von der Arge, sprich nicht nur keinen normalen Bedarfssatz, sondern auch den auf sie entfallenden Anteil an Miete, Strom, Wasser, nicht. Dadurch können die Mustermanns die stets verspäteten Mietzahlungen nicht aus eigener Kraft auffangen (wie denn auch?)
Da Kinder im Haushalt vorhanden sind, müssten wenigstens Lebensmittelgutscheine an die Familie ausgegeben werden. Die Sachbearbeiterin der Arge erklärt aber glaubhaft, diese Maßnahme sei nicht vorgesehen, so etwas hätten sie nicht im Kontingent. So reicht es manchen Monat kaum für die allernötigsten Lebensmittel.), so dass der Vermieter nun nicht nur monatelang die Miete verspätet erhält, sondern auch noch zuwenig.
Später wird Frau Mustermann gegen diese Maßnahme klagen, Recht bekommen, Nachzahlungen werden geleistet. Aber der Schaden ist geschehen, der Vermieter kündigt der Familie fristlos.
Mit einem Vergleich vor Gericht kann noch ein Aufschub ausgehandelt werden, doch die Kündigung als solche bleibt bestehen. Nun muß sich die Familie also nach neuem geeigneten Wohnraum umsehen. Die Suche bleibt monatelang erfolglos.
Der Satz, den die Arge zu bewilligen bereit wäre, würde bewirken, daß ein Umzug entweder in eine viel zu kleine Wohnung stattfinden müßte (aus der die Familie dann nicht wieder herauskäme, da ein Umzug immer nur in billigeren Wohnraum, nie in teureren stattfinden darf), oder etliche Kilometer vom jetzigen Wohnort entfernt in einen Stadtteil mit deutlich niedrigerem Preisniveau als der, in dem sie jetzt leben. Diese Stadtteile sind aber nicht umsonst als soziale Brennpunkte in der Stadt bekannt. So wollten die Mustermanns ihre Kinder eigentlich nicht aufwachsen lassen.
Hinzu kommt, daß ihre Kinder nun mitten im Schuljahr in eine neue Schule überwechseln müssten. Und selbst, würde das alles in Kauf genommen, ist es mit Kindern und Haustieren alles andere als einfach, eine neue Bleibe zu finden.
Die zuständige Arge hat Anweisung, an Baugesellschaften keine Mietkautionen zu zahlen, ohne wird jedoch von denen kein Wohnraum neu vermietet. Da, wo sie jetzt wohnen, haben die Mustermanns außerdem schon beim Einzug eine Einbauküche vorgefunden, Tapeten und Teppichboden in allen Zimmern war auch vorhanden. Woher soll das Geld dafür nun kommen? Die Mustermanns sind ratlos…
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Tags: ALGII, ARGE, Bananenrepublik, BRDigung, Deutschland, Familie, Familienförderung, Gericht, Germoney, Grossfamilie, Kinder, Klage, Miete, Mietkaution, Ministerium, Obdachlosigkeit, Unrecht, Urteil, Wohnraum
06.11.08 - 17:39
von praktikant
Ich möchte ein Praktikum bei einer Firma machen. Zwecks dazu muss ich bei der örtlichen ARGE, hier in unserer dreckigen Stadt (auch bekannt als Halle an der Saale), vorsprechen. Die wiederrum verkauft das Ganze als eine “betriebliche Maßnahme” (warum erschließt sich mir auch nicht ganz, ich wette mal darauf, dass es sich in Statistiken schmeichelnder liest). Das Ganze ist beschränkt auf 2 Wochen und man bekommt sogar Fahrgeld.
Man möchte meinen, dass sich alle einig sind, alles so unbürokratisch wie möglich zu gestalten, wenn Arbeit in Aussicht ist (vor allem wenn die Stellenausschreibung so klingt, als ob man für den Beruf geboren wurde und der Arbeitgeber beim Lesen meiner Bewerbung anfängt zu sabbern). Pustekuchen! Es müssen 2 Formulare ausgefüllt werden und wenn dann alles da ist muss noch eine Eingliederungsvereinbarung gemacht werden (sozusagen die Garantie dafür, dass ich mir auch ja den A… aufreißen werde, um den Job zu bekommen). Damit alles zügig von Statten geht (Arbeitgeber ist nur per Zug zu erreichen) habe ich dem Arbeitgeber deren auzufüllenden Wisch als PDF gemailt und ausgefüllt zurückgemailt bekommen. Ausdrucken und Abgeben!
Reicht nicht! MUSS Original sein, MUSS gestempelt sein, MUSS vor Arbeitsbeginn abgegeben werden!
Also das Original per analoger Post verschickt und beten, dass es auch rechtzeitig wieder zurück kommt. Will ja auch pünktlich zur Arbeit antreten!
Viel Bibbern, viel Stress, heute der ultimative Anruf: “…passt ja auch erstmal so mit dem Fax (eigentlich ausgedrucktes PDF, aber naja…
)! Es reicht ja, wenn Sie das Original dann noch nachreichen!”
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Tags: Antrag, ARGE, Betriebliche Maßnahme, Dummheit, eMail, Fahrgeld, Formular, Halle an der Saale, Original, Post, Praktikum
17.07.08 - 06:30
von lord.daywalker
Endlich mal eine Abwechslung zwischen Pillen, Geldanlegern und leichten Mädchen
Der Text hochintelligent wie immer und auf eine breite Zielgruppe zugeschnitten 
Betreff: Das Ministerium fuer Arbeit: 200 EUR monatl. Sonder-AFA fuer ALLE
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Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an das oertliche Arbeitsamt
Herausgeber
Bundesagentur für Arbeit
vertreten durch den Vorstand
Herrn Dr. rer. pol. h. c. Frank-Jürgen Weise, Vorsitzender des Vorstandes
Herrn Heinrich Alt, Vorstand Grundsicherung
Herrn Raimund Becker, Vorstand Arbeitslosenversicherung
Regensburger Straße 104
90478 Nürnberg
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Tags: AFA, ALG, ALV, Arbeit, Arbeitslosengeld, Arbeitslosenversicherung, ARGE, BA, Bund, Bundesagentur, Grundsicherung, Hartz IV, Ministerium, SGB, Spam