citizen.x ~ stahl.stifte

4 monster.senf 10.04.08 - 01:44 von citizen.x


Minus 2° Celsius ~ wenn das mal nicht der richtige Anlass dafür ist, endlich die Sommerreifen zu montieren. Und überhaupt schienen die jetzt montierten Winterreifen hinten auf beiden Seiten stetig Luft zu verlieren. Neulich in eienr Kurve dachte er schon, dass sein ende gekommen sei, als der Wagen ausbrach und die Überprüfung des Reifendrucks ergab, dass mehr als die Hälfte der Luft seitengleich - was eigentlich eher unmöglich ist - fehlte. Also aus der Not eine Tugend machen und endlich die phetten Sommerreifen aufziehen, um über Land zu cruisen.

Beim allseits beliebten Eiskratzen stellte er fest, dass die komplette rechte Seite - vielleicht weil sie nach einem Unfall komplett neu lackiert, so einladend glänzte und/oder generell zur Strassenseite gewandt stand, Opfer eines Schlüsselbundes gewesen sein musste, bei dem jeder einzelne Schlüssel einmal Bekanntschaft mit dem Lack machen durfte. Und um dem Werk des Künstlers noch eine persönliche Note zu geben, wurden noch einige feste Schläge mit der Spitze eines der Schlüssel auf den vorderen Kotflügel geben, damit auf jeden Fall die Schutzlackierung richtig Blech durchbrochen werden konnte. Zu den vielen Dellen auf der Motorhaube, die vom lieblichen Fussballspiel der nachbarschaftlichen Kinder passten, gesellten sich auch auf der anderen Seite jede Menge Kratzer in unterschiedlicher Länge und Qualität. Gelegentlich hatte citizen.x sich erlaubt, in seiner gewohnt freundlichen Art, die Nachbarskinder und vor allem die scheinbar unbelehrbaren Erziehungsberechtigten eben dieser Kinder darauf hinzuweisen, dass Beschädigungen von Fahrzeugen, die Dritten gehörten, durchaus eine Anzeige wegen Sachbeschädigung nach sich ziehen könnten. Leider sind jung & alt hier sehr empfehlungsresistent.
 
Der freundliche Herr mit weissem Haar, Zopf und Zigarillo rief citizen.x zu sich in die Werkstatt und zeigte ihm den Verursacher des Druckabfalls der beiden hinteren Reifen. In jedem der Reifen steckte in einer der Laufrillen ein glänzender Stahlstift. ‘Wir sehen uns das mal genau an und sagen Ihnen dann Bescheid, ob das zu reparieren ist, oder ob die Reifen im nächsten Winter ersetzt werden müssen’ ,,, ‘Wie hoch ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass man sich zwei Stahlstifte in zwei Reifen zur gleichen Zeit fährt’ wollte citizen.x noch wissen. Die Antwort war wie erwartet: ‘Gegen Null’
 
Bleibt also festzsutellen - irgendeinem freundlichen Mensch war diese beiden Stahlstifte beim herauskramen eines Tempotaschentuchs zufällig aus der Hosentasche gefallen. Danach hatte sie der Wind sicher direkt unter jeweils einen Reifen geweht und sie bei Gegenwind so aufgestellt, dass sie in Fahrtrichtung an den Reifen zu halten kamen. citizen.x wiederum hatte es versäumt - er war wohl wieder einmal in Eile - unter jedes Rad zu sehen, bevor er sich in sein Fahrzeug setzte. Nur so ist wohl diese Verkettung unsäglicher Umstände und das daraus resultierende Malheur zu erklären. Das sahen auch die Herren in der grünen Uniform so, die citizen.x heute gegen Mittag konsultierte. Sollte das nächste Mal allerdings ein gebrauchtes Tempo oder hosentaschenüblicher Abfall in der Nähe des Autos liegen, sollte er diese mit Handschuhen vorsichtig einsammeln, eintüten und zum DNA-Abgleich bei unseren Freunden und Helfern vorbei bringen. Nur so könne man, möglicherweise, den Verursacher in die Pflicht nehmen. Von einem beherzten Eingreifen sollte man zufällig Zeuge einer solchen Verkettung ungücklicher Umstände werden, so ein abschliessender Tipp der Herren in Grün, wäre dringend abzuraten. Aus gutem Grund …
 
Na da hatte citizen.x bei den vielen Autobahnkilometern in den letzten Wochen wohl richtig Glück gehabt, dass es bei Tempo 200 keinen Reifenplatzer gab. Unkraut vergeht eben nicht …


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citizen.x ~ Hähnchenfleisch an Chlor

monster.senf abgeben 04.03.08 - 06:28 von citizen.x

Der Vizepräsident der EU-Kommission Günter Verheugen hat, so der aktuelle Focus, seinem Chef Josè Manuel Barroso einen Brief geschrieben. Das tun die Menschen ja manchmal - überhaupt wenn sie sich so wenig sehen. In diesem Brief, so der Focus empfiehlt Verheugen, das Importverbot für Hähnchenfleisch aus den USA aufzuheben. Die EU-Hygienevorschrift führte 1997 zum Importverbot, weil amerikanisches Hähnchenfleisch zum Schutz vor Salmonellen mit Chlorwasser behandelt wird. Die Zuständigen bei der EU-Kommission wähnten, dass sich im Fleisch Chlorreste oder Bakterien finden könnten. Herr Verheugen ist offenbar der Meinung, dass selbst wenn die Risiko “gemischt oder gar negativ” ausfallen würde, eine Aufhebung des Importverbots erforderlich sei, weil ansonsten “Schwierigkeiten” in den Beziehungen zur scheidenden US-Regierung drohen würden.
 
Ich resümiere mal eben - zur Sicherung der Beziehungen zu einer Regierung, die demnäxt endlich abtritt, sollen sich die EU-Bürger gechlortes und wahrscheinlich nicht einmal kennzeichnungspflichtiges Hähnchenfleisch auf den Teller packen. Das machen wir doch mit links oder? Vielleicht hilft der Verzehr auch Herrn Verheugen über das eine oder andere Manko hinweg :-)
 


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citizen.x ~ Nochmal Glück gehabt

4 monster.senf 01.01.08 - 16:01 von citizen.x

Gerade erhielt citizen.x per eMail die Anfrage, ob er wohl im Berlin gewesen sei. In der Anfrage wird auf einen Artikel zum 24. Treffen des Chaos-Computer Clubs beim Heise-Verlag hingewiesen, in dem es heisst:
 
“Weniger schön sei gewesen, dass ein Kongressteilnehmer nach der Nutzung der universellen Fernbedienung TV-B-Gone zum Abstellen von TV-Geräten im nahen MediaMarkt wegen angeblicher Sachbeschädigung an einem teuren Plasma-Bildschirm festgehalten und der Polizei übergeben worden sei. Die Mitarbeiter des Einzelhändlers hätten das nützliche Ausschaltwerkzeug wohl mit einer mystischen Cyberwaffe verwechselt.”
 
Mit steinerner Miene sitzt citizen.x vor dem Monitor und es wird ihm einmal mehr klar, dass seine Aktion einerseits bereits vor dem oben genannten Kongress gelaufen und damit geradezu visionär war - andererseits weiss er auch, dass er nur mit Glück oder durch den Langmut der Mitarbeiter bei seiner Aktion um eine Verhaftung und Verbringung in ein Erziehungscamp in Nowosibirsk gerade nochmal herumgekommen ist …
 


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citizen.x ~ Werbemittel

monster.senf abgeben 09.10.06 - 08:17 von citizen.x

Als regelmässiger Apothekengänger (zwangsläufig) bekommt mensch nach der EC-Card-Zahlung ja immer noch eine Kleinigkeit in die Plastik-Medikamenten-Tüte. Am Samstag fand mensch ein Päckchen Papiertaschentücher darin. Die Hülle war mit der Werbung für ein Grippe-Mittel bedruckt - soweit so passend. Da die Nase gerade lief schnell eines der Papiertaschentücher raus und reingeschneutzt. Das Taschentuch fühlte sich recht hart an und beim Schneutzen ist es auch gleich gerissen. Da fragt mensch sich spontan, warum ein Grippemittelhersteller Geld für Werbung ausgibt, die dann beim Gebrauch des Werbemittels ad absurdum geführt wird, wenn das Nasensekret auf der Hand landet und die Nase glüht, wenn man sie mit einem dieser Werbe-Papier-Taschentücher abgeschmiergelt hat. Wird sich der Anwender nicht automatisch überlegen, ob in der nett anzusehenden Verpackung des beworbenen Grippemittels nicht auch nur ‘Kosmetik’ steckt …
 
Alle geistreichen Betrachtungen & Reiseberichte von citizen.x auf einen Blick :-)


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citizen.x ~ Germoney ist optimistisch

1 monster.senf 19.08.06 - 09:54 von citizen.x

“Die WM-Euphorie geht in die Verlängerung: Trotz Nahostkonflikt und Terrorgefahr beurteilen die Deutschen die wirtschaftlichen Aussichten rosig. Laut ZDF-Politbarometer glauben fast die Hälfte der Bundesbürger: Es geht weiter aufwärts.” Artikel
 
Woher nimmt Germoney nur diesen Optimismus? Oh ja ~ da gibt es ja jede Mengen Nachrichten & Tatsachen, die diese Annahme stützen - als da wären:
 
In Germoney ist jeder Fünfte zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos - die Zahl der Geburten ist mit 620.000/Jahr auf einen neuen Tiefpunkt gefallen - jeder Fünfte ist, in welcher Form auch immer, auf Unterstützung des Staates angewiesen - die Ausgaben für Hartz IV & Co. explodieren - Studenten zahlen in den meisten Bundesländern bis zu 500 Euro Studiengebühren pro Semester - der Bildungsstandard in Germoney ist so niedrig wie nie und Familien die etwas auf sich halten, geben ihre Kinder jetzt in Privatschulen - die grosse Koalition ist nicht in der Lage die sozialen Systeme zu reformieren und gibt in Teiläusserungen die Parole aus, das Geld für den Urlaub in die Altersvorsorge zu investieren - die Preise für Lebensmittel werden drastisch steigen - Energieversorger läuten eine weitere Preisrunde ein - die Märchensteuer wird 2007 um drei Prozentpunkte erhöht (ich kann schon die Klagelieder der Industrie im Februar 2007 hören, weil die Binnennachfrage stark eingebrochen ist) - etc. pp.
 
In der Tat alles gute Gründe euphorisch in die Zukunft zu sehen :-)
 

 
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citizen.x ~ der super.computer

monster.senf abgeben 01.07.06 - 18:28 von citizen.x

Vor einigen Tagen hatte er ihn bestellt - den neuen Supercomputer. Am Freitag konnte er den Boliden dann abholen. Wie ein rohes Ei wurde er auf den 6 Kilometern nach Hause behandelt … Da Besuch vor Ort war, packte er den wassergekühlten Supercomputer lediglich aus, montierte unter sachverständiger Aufsicht die Rollen an der Unterseite des Gerätes, sah sich das Innenleben einmal genau an und schob ihn dann in die Ecke, wo er ihn immer wieder ansah und sich darauf freute ihn, nach Abreise des Besuches, in Betrieb nehmen zu können. Es kribbelte in seinem Magen angenehm, als er den Boliden unter den Schreibtisch schob, die erforderlichen Kabel anschloss, seine Frau rief und ihn einschaltete. Kein Bild auf dem Monitor - die Farbe wich aus seinem Gesicht - und dann fiel sein Blick auf eine, sich schnell vergrössernde grüne Pfütze unter dem Tower. Sofort vom Strom getrennt, öffnete er das Seitenteil und sah die Bescherung. Der Zuleitungsschlauch auf den Kühlkörper des Prozessors war offenbar undicht und so hatte sich jede Menge Kühlmittel auf das Board, die Grafikkarte und alle anderen Komponenten ergossen. Samstag Nachmittag ist niemand zu erreichen - also wird er am Montag Morgen mit seinem Boliden zum Händler fahren. Er hofft dass bis dahin der Zorn in ‘einfache’ Enttäuschung gewandelt ist …
 
‘Schuster bleib bei deinen Leisten’ heisst es wohl nicht umsonst im Volksmund …
 
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