08.11.08 - 11:29
von lord.daywalker
Als ich diese Geschichte, die mir eine liebe Freundin geschickt hat, gelesen hatte, dachte ich mir: “Das kann doch nicht sein!” und war fassungslos, als ich auf Nachfrage hörte, dass es sich ganz genauso abspielt und die Gefahr besteht, dass in Deutschland, einem Land, das erklärtermaßen die Familie fördern will, eine 6köpfige Familie trotz geregelter Arbeit und jeglicher Anstrengung, die gemacht werden kann, zu Beginn des neuen Jahres obdachlos sein könnte 
Sollte jemand von Euch irgendeinen Tipp oder dergleichen haben, dann schreibt der Redaktion - ich werde diese Mails entsprechend weiter leiten.
Peter Mustermann ist Familienvater. Da sein Verdienst nicht ausreicht, bekommen er und seine Familie ergänzendes ALGII.
Als er eines Tages eine neue Sachbearbeiterin bekommt, bekommt Peter Mustermann ein Problem: da er nach gearbeiteter Stundenzahl bezahlt wird, schwankt sein Verdienst. Die neue Sachbearbeiterin besteht nun darauf, die ergänzenden Zahlungen erst anzuweisen, wenn der Gehaltsnachweis des jeweiligen Monats bei ihr eingegangen ist. Da es den aber vom Arbeitgeber Peter Mustermanns immer erst um die Mitte des Monats herum gibt, bekommt Peter Mustermanns Vermieter die Miete nunmehr erst immer gegen Ende des Monats überwiesen.
Gleichzeitig erhält Frau Mustermann wegen eines angeblichen Meldeversäumnisses eine 100%ige Sanktion von der Arge, sprich nicht nur keinen normalen Bedarfssatz, sondern auch den auf sie entfallenden Anteil an Miete, Strom, Wasser, nicht. Dadurch können die Mustermanns die stets verspäteten Mietzahlungen nicht aus eigener Kraft auffangen (wie denn auch?)
Da Kinder im Haushalt vorhanden sind, müssten wenigstens Lebensmittelgutscheine an die Familie ausgegeben werden. Die Sachbearbeiterin der Arge erklärt aber glaubhaft, diese Maßnahme sei nicht vorgesehen, so etwas hätten sie nicht im Kontingent. So reicht es manchen Monat kaum für die allernötigsten Lebensmittel.), so dass der Vermieter nun nicht nur monatelang die Miete verspätet erhält, sondern auch noch zuwenig.
Später wird Frau Mustermann gegen diese Maßnahme klagen, Recht bekommen, Nachzahlungen werden geleistet. Aber der Schaden ist geschehen, der Vermieter kündigt der Familie fristlos.
Mit einem Vergleich vor Gericht kann noch ein Aufschub ausgehandelt werden, doch die Kündigung als solche bleibt bestehen. Nun muß sich die Familie also nach neuem geeigneten Wohnraum umsehen. Die Suche bleibt monatelang erfolglos.
Der Satz, den die Arge zu bewilligen bereit wäre, würde bewirken, daß ein Umzug entweder in eine viel zu kleine Wohnung stattfinden müßte (aus der die Familie dann nicht wieder herauskäme, da ein Umzug immer nur in billigeren Wohnraum, nie in teureren stattfinden darf), oder etliche Kilometer vom jetzigen Wohnort entfernt in einen Stadtteil mit deutlich niedrigerem Preisniveau als der, in dem sie jetzt leben. Diese Stadtteile sind aber nicht umsonst als soziale Brennpunkte in der Stadt bekannt. So wollten die Mustermanns ihre Kinder eigentlich nicht aufwachsen lassen.
Hinzu kommt, daß ihre Kinder nun mitten im Schuljahr in eine neue Schule überwechseln müssten. Und selbst, würde das alles in Kauf genommen, ist es mit Kindern und Haustieren alles andere als einfach, eine neue Bleibe zu finden.
Die zuständige Arge hat Anweisung, an Baugesellschaften keine Mietkautionen zu zahlen, ohne wird jedoch von denen kein Wohnraum neu vermietet. Da, wo sie jetzt wohnen, haben die Mustermanns außerdem schon beim Einzug eine Einbauküche vorgefunden, Tapeten und Teppichboden in allen Zimmern war auch vorhanden. Woher soll das Geld dafür nun kommen? Die Mustermanns sind ratlos…
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02.11.08 - 07:00
von linkschlampe
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10.08.08 - 08:00
von linkschlampe
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01.05.08 - 08:00
von linkschlampe
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08.04.08 - 01:57
von citizen.x
Zum besseren Verständnis muss man vorausschicken, dass citizen.x eine positive Definition von Familie erst im zarten Alter von über 30 Jahren überhaupt finden konnte. Seine eigene ‘Familie’ kennzeichnete sich die ersten 15 Jahre eigentlich nur durch Desinteresse des Vaters und/oder tägliche Prügelorgien der unzufriedenen Mutter, die ihren selbstauferlegten Frust ja verständlicherweise los werden musste. Da Eltern gerne auch mal ein Lieblingskind haben und citizen.x diese Stellung nicht inne hatte, braucht es keine grossartigen Erklärungen um festzustellen, dass das Verhältnis der Brüder untereinander, sagen wir, gestört war. Nachdem die Kinder gross waren, wie es immer so schön hiess, und auf eigenen Beinen stehen konnten, liess die Mutter sich scheiden, Eltern und Bruder verzogen und der Kontakt beschränkte sich im Laufe der Jahre zunehmend bis hin zu einigen kurzen Besuchen bei der Mutter. Nachdem sich die Brüder fast 10 Jahre nicht gesehen hatten - der Kontakt zum Vater ist seit fast 15 Jahren angerissen - plante die Mutter heimlich zu Weihnachten eine Art Familienzusammenführung. Ergo sass man am 2. Weihnachtsfeiertag plötzlich und unvorhergesehen an einem Tisch und tat nach Kräften so, als sei man die Familie, die man immer beklagt hatte. Einseitig ausgesprochene Einladungen ignorierte citizen.x so gut er konnte - auf vehemente Nachfrage fand man immer ‘Gründe’ die dagegen sprachen.. Zum grossen runden Geburtstag referierte die Mutter an der chinesischen Festtafel darüber, wie gut sie doch immer zu ihren Kindern war, bis citizen.x aufsprang - der Stuhl kippte nach hinten - und erklärte, dass sie das sofort zu unterlassen hätte oder er würde zuerst ein paar wahre Geschichten erzählen und dann ein für alle Mal auf solche Treffen verzichten würde. Im Alter - das hat man ja schon mal wo gelesen - glorifiziert man seine Erinnerung offenbar wirklich gerne …
Wie dem auch sei - es begab sich, dass die Mutter sich einer grossen Operation unterziehen musste und da sie am Ort wohnt und der Bruder 2 Autostunden entfernt, sah citizen.x es als seine Aufgabe an, die entsprechend anfallenden Arbeiten zu erledigen. Die Telefonate mit dem Bruder nahmen situationsbedingt zu - solche Telefonate bei denen man nach der eigentlichen Information, die es zu übermitteln galt, gar nicht mehr weiss, über was man sprechen sollte - waren die Brüder doch grundverschieden. Plötzlich meldeten sich Verwandte (die Mutter hatte die Telefonnummer wohl herausgegeben) die man Jahrzehnte nicht gesehen oder gesprochen hat und reden von “Wir müssen uns unbedingt mal treffen” - nee Leute in 100 Jahren nicht - einen Menschenschlag, der sich von einem abwendet, weil man nach deren Dafürhalten zu einer Beerdigung nicht korrekt gekleidet erscheint - nein danke!
Aber wollen wir detailverliebt nicht weiter abschweifen … Während der stationären Rehamassnahme hatte die Mutter also am Ostermontag Geburtstag. Ein paar Tage vorher schickt der Bruder eine eMail in der er erklärt, dass er zum Geburtstag nicht kommen wird, weil er über Ostern mit seiner Frau auf den Campingplatz fährt. Schliesslich würden sie viel arbeiten und bräuchten die paar freien Tage zur Rekonvaleszenz. Aber die Adresse der Rehaklink darfs gerne sein, damit er mit einem grossen Blumenstrauss von Fleurop vermeintlich glänzen könne. Es zuckte beim lesen der eMail bereits in den Fingern von citizen.x aber er dachte sich, um ‘des lieben Friedens willen’, wäre es vielleicht angemessener, sich seiner Meinung einfach zu enthalten. Nun gut … Am nächsten Tag klingelte sein Handy auf Arbeit und der Bruder erklärte erneut, wie sehr er es bedauern würde, dass er frei Tage einem Besuch vorziehen muss, aber er und seine Frau arbeiteten halt viel. Es war ein kurzes Telefonat, da sich die Umgebung des Arbeitsplatzes in den seltensten Fällen dazu eignet, eine intensivere Kommunikation zu führen. Aber zweimal ist mindestens einmal zuviel und so liess sich citizen.x nach Arbeitsende dazu hinreissen, eine eMail an seinen Bruder zu verfassen:
“Ob Du/Ihr zu Mutters Geburtstag kommt oder nicht, ist mir grundsätzlich relativ egal - was ich allerdings nicht hören oder lesen möchte, sind diese Erklärungsversuche wie: “… sind die einzigen freien Tage” etc. pp. Ihr arbeitet viel - ganz klar - aber Ihr seid nicht die Einzigen. Auch meiner Frau hätte es ganz sicher gut getan, wenn wir hätten ein paar Tage wegfahren können, statt unseren vorab geplanten Urlaub zuhause zu verbringen, weil man damals ja noch nicht wusste, dass Operation und Kur für Mutter anstehen und damit jede Menge Dinge zu regeln sind. So ist es nur dem sofortigen meiner Frau zu verdanken, dass Mutter nicht gestern aus dem Krankenhaus entlassen wurde, um am kommenden Donnerstag in einer krankenkasseneigenen Klinik im Schwarzwald aufgenommen zu werden, weil das billiger für die Krankenkasse ist und Mutter nach aktueller Gesetzeslage keinen Rechtsanspruch auf eine Kur hier um die Ecke hat. Sa ich ja bekanntlich mein Geld im Schlaf verdiene, hatte ich ja Zeit mich um alles soweit zu kümmern, den Verlegungstransport selbst zu machen etc. pp. Damit will ich sagen - jeder tut was er aus seiner Warte tun kann - und zwar ohne dass man sich darüber unterhalten oder gegeneinander aufrechnen muss. Vor allen Dingen aber will ich mir nicht irgendwelche Rechtfertigungen von Deiner Seite anhören müssen.”
Im weiteren Verlauf dieser eMail ging es auch noch um den Ernstfall - Mutter würde zum Pflegefall. Hierzu hatte er klar erklärt, dass die Pflege zuhause von polnischen 400 Euro-Kräften zu machen sei und dass ich vor Ort das in die Wege zu leiten und zu beaufsichtigen hätte. Das wurde von mir ein letztes Mal negiert unter dem Hinweis, dass er, wenn er gegen eine Heimunterbringung sei, Mutter gerne zu sich holen könnte, um sie dann mit polnischen Pflegekräften zu versorgen.
Es dauerte auch nicht lange bis seine Antwort-eMail kam - sie war durchaus kurz und verständlich gehalten und beinhaltete ein einziges Wort: Arschloch
Der Blumenstrauss zum Geburtstag der Mutter blieb aus, Muttis Liebling verstummte in seiner Kommunikation mit dem Arschloch Bruder und wenn sie nicht gestorben sind, dann schweigen sie noch heute …
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